Kammermusikabende

Die Kammermusikabende stehen seit vielen Jahren regelmäßig im Konzertkalender der Robert-Schumann-Philharmonie. Unterstützt von den Solorepetitoren und Solisten der Oper sowie von verschiedenen Gast-Pianisten präsentieren die Philharmoniker anspruchsvolle Programme mit Kompositionen vom Barock bis in die heutige Zeit. Alle Kammermusikabende finden am Sonntagabend im Foyer des Opernhauses statt.

Weinberg | Goldmark | Schumann

So
10.
Juni
Philharmonie
3. Kammermusikabend

Weinberg | Goldmark | Schumann

Solisten: Heidrun Sandmann, Thomas Bruder, Julian Riem

 
 

Mieczysław Weinberg
Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier op. 12

Karl Goldmark
Sonate für Violoncello und Klavier op. 39

Robert Schumann
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63

Zu Lebzeiten war Mieczysław Weinberg in der westlichen Welt fast ausschließlich großen Kennern sowjetischer Musik ein Begriff. Heute, 21 Jahre nach seinem Tod, erfreuen sich seine Werke steigender Beliebtheit bei Interpreten und Publikum. Der 1919 in der polnischen Hauptstadt Warschau geborene Komponist jüdischer Abstammung floh nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Sowjetunion und kam dort schon bald in Kontakt mit Schostakowitsch, der ihn nach Moskau einlud. Beide verband eine hohe gegenseitige Wertschätzung und eine lebenslange Freundschaft. Weinbergs Musik lehnt sich stilistisch stark an Schostakowitsch an. Sie bringt die große Isolation und die tiefe Trauer des Komponisten zum Ausdruck, aber auch ein virtuoses, energetisches Aufleben. Doch Sarkasmus, wie er bei Prokofjew und Schostakowitsch zu finden ist, fehlt der Musik Weinbergs weitgehend. Seine Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier op. 12 entstand 1964. Damals war Weinberg hauptsächlich mit seiner Oper Die Passagierin beschäftigt und mit der Fortsetzung seines sinfonischen Schaffens. Erfüllt von Emotionen und Klangbildern, lässt seine erste Sonate eine Welt aus Wehmut aber auch voller Ausgelassenheit und Verspieltheit entstehen. Sie beginnt mit hoch virtuosen Passagen, die einem Wutausbruch gleichkommen – auf den jedoch schnell lyrisch angelegte Elemente folgen, die einen sehnsuchtsvollen und nachdenklichen Kontrast bilden. Er komponierte teilweise so intime und persönliche Momente, dass sich der Zuhörer dem kaum entziehen kann.

Während Weinberg um sein Ansehen kämpfen musste, war Karl Goldmark in seinen späteren Jahren einer der populären Komponisten. Jean Sibelius schrieb 1892, dass Goldmark in Wien einen außerordentlichen Ruf habe und man vielerorts beneidet würde, sein Schüler zu sein. Julius Korngold, Nachfolger des berühmten Musikkritikers Eduard Hanslick, sprach vom sogenannten „Goldmark-Kultus“ und Karl Kraus bescheinigte ihm, seit Richard Wagners Tod der größte lebende Musikdramatiker zu sein. Die ungarische Musikwelt sieht ihn bis heute als Nationalkomponisten an. Seine musikalischen Leitbilder waren Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und später auch Richard Wagner. Neben Sinfonien, anderen Orchesterwerken, Kammermusik, Chorwerken und Liedern komponierte er eine Reihe von Opern, wie die 1875 uraufgeführte Die Königin von Saba.

Unbestritten ist die Position des wohl bekanntesten Romantikers: Robert Schumann. Sein d-Moll-Trio war 1847 ein Geburtstagsgeschenk für seine Frau Clara. „Es klingt (...) so jugendfrisch und kräftig, dabei doch in der Ausführung so meisterhaft. Der erste Satz ist für mich einer der schönsten, die ich kenne“, schrieb sie nach dem ersten Spielen in ihr Tagebuch. Als Schumann das Werk komponierte, war seine Karriere als Musiker ins Stocken geraten und die Hoffnungen auf einen guten Posten in Leipzig hatten sich zerschlagen. Er empfand es als demütigend, dass seine Frau Clara mit ihren Auftritten als Pianistin die Familie ernähren musste. Dieses nahm Einfluss auf das leidenschaftliche Klaviertrio, in dem alle Nuancen des Pathos offengelegt werden: Erregung und Schmerz, Ekstase und Verzweiflung, Trotz und Überschwang.   

Spielort:Opernhaus - Foyer
So, 10. Juni | 19:30 Uhr
 

Besetzung des Stückes

Besetzung
Solisten
Heidrun Sandmann  , Violine
Thomas Bruder  , Violoncello
Julian Riem  , Klavier
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