© Nasser Hashemi

Wiederaufnahmen 2019/2020

Fidelio

So
01.
Dezember
Oper

Fidelio

Oper von Ludwig van Beethoven
Text von Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke

 
 

Marzelline hat sich in Fidelio verliebt, den neuen Gehilfen ihres Vaters, des Gefängnismeisters Rocco. Doch hinter Fidelio verbirgt sich die verzweifelte Leonore. Sie vermutet in dem Gefängnis ihren Mann Florestan, den der Gefängnisgouverneur Don Pizarro als unerschrockenen Regimekritiker einkerkern ließ. Von dieser Willkür weiß nur Rocco. Da der Minister Don Fernando von Unregelmäßigkeiten gehört hat, will er das Gefängnis inspizieren. Pizarro ordnet an, den Gefangenen vorsichtshalber zu beseitigen. Doch Rocco vermag nicht zu morden, ist aber bereit, das Grab auszuheben. Fidelio erwirkt, dabei helfen zu können und erkennt in dem Gefangenen Florestan. Als Pizarro ihn töten will, stellt sich Leonore Pizarro in den Weg und bedroht ihn. Der angekommene Minister und die Gefangenen preisen die allen Gefahren und Widerständen trotzende Leonore und damit auch die Kraft der Liebe: „Wer ein solches Weib errungen, stimm in unsern Jubel ein! Nie wird es zu hoch besungen, Retterin des Gatten sein.“

Nicht nur um seine Sinfonien hat Ludwig van Beethoven gerungen, sondern auch um seine einzige Oper, den Fidelio. Er hat nicht weniger als drei Fassungen komponiert – die ersten beiden wurden 1805 bzw. 1806 uraufgeführt und tragen noch den Titel Leonore – und vier Ouvertüren. Die letzte Fassung wurde als Fidelio am 23. Mai 1814 im Wiener Kärntnertortheater uraufgeführt und steht in der Tradition der erfolgreichen französischen Revolutions- und Befreiungsoper der 1790er Jahre. Die politische Dimension durch Polizeiwillkür und Revolutionskräfte ist eng mit der aufopferungsvollen Liebe Leonores zu ihrem inhaftierten Ehemann Florestan verknüpft. Durch Beethovens gleichermaßen erschütternde wie triumphale Musik berührt Fidelio bis heute.

Robert Lehmeier, der an der Oper Chemnitz 2017 die Operette Südseetulpen aus der Taufe hob, arbeitet als freischaffender Regisseur u. a. in Berlin, Dresden, München, Hamburg, Wien, Barcelona und den Niederlanden. Seit 2011 ist er im Leitungsteam vom Umculo/Cape Festival, das sich zum Ziel setzt, Oper in Südafrika neu zu positionieren.

Aufführung mit deutschen Übertiteln

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:2 h 30 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:25.05.2019
So, 01. Dezember | 15:00 Uhr
Preis: 15,00 bis 40,00 €
 

Weitere Termine

17.01.2020 Freitag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
21.02.2020 Freitag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Guibee Yang, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Guibee Yang, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Siyabonga Maqungo, Magnus Piontek, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Siyabonga Maqungo, Magnus Piontek, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Siyabonga Maqungo, Herrenchor © Nasser Hashemi
Siyabonga Maqungo, Herrenchor © Nasser Hashemi
Krisztián Cser, Herrenchor © Nasser Hashemi
Krisztián Cser, Herrenchor © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Edward Randall, André Eckert, Herrenchor © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Edward Randall, André Eckert, Herrenchor © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko, Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Viktor Antipenko, Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Krisztián Cser, Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Krisztián Cser, Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Krisztián Cser, Magnus Piontek, Viktor Antipenko, Paullina Linnosaari © Nasser Hashemi
Krisztián Cser, Magnus Piontek, Viktor Antipenko, Paullina Linnosaari © Nasser Hashemi
Guibee Yang, Siyabonga Maqungo, Pauliina Linnosaari, Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Guibee Yang, Siyabonga Maqungo, Pauliina Linnosaari, Viktor Antipenko © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Guibee Yang © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Pauliina Linnosaari, Guibee Yang © Nasser Hashemi
Andreas Beinhauer, Viktor Antipenko, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Andreas Beinhauer, Viktor Antipenko, Pauliina Linnosaari © Nasser Hashemi
Andreas Beinhauer, Krisztián Cser, Pauliina Linnosaari, Viktor Antipenko, Guibee Yang, Opernchor © Nasser Hashemi
Andreas Beinhauer, Krisztián Cser, Pauliina Linnosaari, Viktor Antipenko, Guibee Yang, Opernchor © Nasser Hashemi

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo 17.01. / 21.02.2020
Jakob Brenner 20.10.2019
Andrea Sanguineti 08.09. / 17.10. / 01.12.2019

Inszenierung Robert Lehmeier

Bühne Tom Musch

Kostüme Ingeborg Bernerth

Chor Stefan Bilz

Dramaturgie Susanne Holfter

Besetzung des Stückes

Besetzung
Don Fernando
Andreas Beinhauer

Don Pizarro
Bjørn Waag 08.09. / 01.12.2019
Jukka Rasilainen

Florestan
Viktor Antipenko 17.01. / 21.02.2020
Gerhard Siegel 08.09. / 20.10. / 01.12.2019
Bernhard Berchtold 17.10.2019

Leonore
Pauliina Linnosaari 08.09. / 01.12.2019
Daniela Köhler 17.10. / 20.10.2019
Dorothea Herbert 17.01. / 21.02.2020

Rocco
Magnus Piontek

Marzelline
Guibee Yang 17.10.2019 / 21.02.2020
Franziska Krötenheerdt 08.09. / 01.12.2019
Marie Hänsel 20.10.2019 / 17.01.2020

Jaquino
James Edgar Knight 08.09. / 01.12.2019
Siyabonga Maqungo 17.10. / 20.10.2019 / 17.01. / 21.02.2020

Erster Gefangener
Edward Randall 08.09. / 17.10. / 20.10. / 01.12.2019
Florian Sievers 17.01. / 12.02.2020

Zweiter Gefangener
André Eckert

Sprecherin der Einspielungen
Christine Gabsch

Chor, Chorgäste und Extrachor der Oper Chemnitz

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„Der Neue Merker“ schreibt in Ausgabe 07/2019

(...) völlig legitim, wenn (...) Werke neu befragt, neu interpretiert werden. Selbst auf die Gefahr hin, dass eine Neuinszenierung das Publikum polarisiert. Beethovens ‚Fidelio‘ glaubt man zu kennen. Gefängnisgitter, Kerker, Ketten ... Nichts davon findet sich in der jüngsten Chemnitzer Neuinszenierung. (...) Man ist geneigt, den Kopf zu schütteln. Wenn man jedoch das Theater verlässt und gewillt ist. sich mit der Lesart von Robert Lehmeier ernsthaft auseinanderzusetzen, findet man doch eine Vielzahl der ‚Neuerungen‘ durchaus interessant und diskussionswürdig. Spannend ist erst einmal, das Werk aus der Sicht der Marzelline zu erzählen. Sie reflektiert und kommentiert, und zwar in Form eines inneren Monologes. (...) Konsequent wird auf alle Dialoge verzichtet. Warum gerade Marzelline?
Ist es nicht Leonore, die mit ihrem Ziel, Florestan zu finden und zu befreien, alles, aber auch alles diesem Ansinnen unterordnet? Sie erschleicht sich das Vertrauen von Rocco, missbraucht es. Schließlich geht sie beinahe skrupellos mit den Gefühlen von Marzelline um. Leonore wird am Schluss gepriesen und gefeiert. Aber angesichts der Tatsache, dass sich der befreite Gatte, hier dargestellt als regimetreuer Publizist, mit dem Minister aussöhnt und auch Pizarro vermutlich einer gerechten Strafe entgeht, überfälllt sie doch Unbehagen. Nicht nur Marzelline, sondern auch sie fühlt sich letztlich betrogen. Jubel hin - Jubel her. Der wirkt ohnehin aufgesetzt. Die bis dahin düstere Bühne (Tom Musch) und die dunklen Kostüme (Ingeborg Berneth) weichen einer strahlend hellen Bühne. Zu kräftig, zu strahlend sind die Farben ihrer Kleidung.
Erwähnenswert ist auch, dass vor dem Finale des 2. Aufzuges die Leonoren Ouvertüre Nr. 2 erklingt. Marzelline sitzt allein sinnierend vor dem Vorhang. Plötzlich tritt Leonore zu ihr. Was für eine Begegnung! Es ist bewegend, dem stummen Dialog der beiden Frauen beizuwohnen!
Die von mir besuchte 3. Vorstellung (...) wurde lautstark und mit anhaltendem Beifall gefeiert.
Als assistierender Kapellmeister stand Jakob Brenner zum zweiten Mal in dieser Inszenierung am Pult. Und er machte seine Sache außerordentlich gut. Er animierte die Robert-Schumann-Philharmonie zu einem kraftvollen und dynamischen Spiel, sparte aber auch sensible Momente nicht aus. (...)
Das Solistenensemble konnte ebenfalls überzeugen. Mit Pauliina Linnosaari stand dem Haus eine stimmgewaltige Leonore zur Verfügung, die zugleich in der Lage ist, entsprechende Zwischentöne zu produzieren. Darstellerisch blieben keine Wünsche offen. Guibee Yang wurde als Marzelline gleichermaßen gefeiert. In der Chemnitzer Produktion wird diese Figur unglaublich aufgewertet. Guibee Yang stattet diese Figur mit schöner lyrischer Emphase aus. Zudem nehmen ihre stummen Auftritte gefangen. Dass der Florestan von Viktor Antipenko wochenlang im Kerker, nein besser: im Keller eines halbfertigen Neubaus schmachten musste, nimmt man ihm stimmlich nicht ab. Zu strahlend, zu höhensicher und heldentenoral ließ er seine Stimme ertönen. Ich bekenne. dass mir solch ein Rollenvertreter lieber ist, als einer, der jeden Moment vokal verhungert. Er hatte keine Probleme damit, sich im Schlussjubel zu behaupten. Mit Krisztián Cser erlebte man einen Pizarro, der Biss hatte. In der Chemnitzer Inszenierung wird er so angelegt, dass er ein treuer Untergebener des Regimes ist. Die Verhaftung Florestans ist weniger Willkür, sondern vielmehr Betriebsunfall. Insofern braucht man sich um seine weitere Karriere keine Gedanken zu machen. Solche Diener braucht der Staat. Sie kommen in jedem System zurecht! Das lässt auch der Don Fernando von Andreas Beinhauer erkennen. Mit salbungsvoller Stimme drückt er aus, dass alles noch einmal gut gegangen ist! Magnus Piontek als Rocco gehört ebenfalls zu den Typen, die nur ihre Pflicht tun. Mit schönem warmem Bass philosophiert er über die Macht des Goldes. Siyabonga Maqungo als Jaquino gefällt mit seinem beweglichen lyrischenTenor und seinem angemessenen Spiel. Rainer Stoß war als Erster Gefangener und Andre Eckert als Zweiter Gefangener zu hören. Letzterer kann (...) nicht verleugnen, dass er auch schon größere Wagner-Partien gesungen hat. Eine Luxus-Besetzung!
Jubel gab es für die Damen und Herren des Opernchores, der Chorgäste und des Extrachores.
Stefan Bilz hat die Auftritte musikalisch bestens vorbereitet.
Man wird das Haus nicht ohne Diskussionen verlassen. Und das ist gut so!

 

Christoph Suhre

Die „Freie Presse“ schreibt am 27.05.2019

(…) Robert Lehmeier inszeniert (…) modern, ohne Zierrat und betont so die politische Dimension des zeitlosen Stoffes.
(…)
Regisseur Robert Lehmeier verlegt die Handlung in ein zeitgenössisches Milieu der Security-Branche: zweckmäßige Kleidung (Kostüme: Ingeborg Bernerth), zweckmäßige Räumlichkeiten, die im Bühnenbild von Tom Musch die Anmutung eines Platten-Rohbaus haben. Wenig lenkt also ab von den Dramen, die sich hier zutragen. Die kreuzen sich in der Figur Leonores/Fidelios. Pauliina Linnosaari stellt sie im gesanglich wie schauspielerisch voll überzeugenden Rollendebüt mit ihrem maskulin geprägten Sopran eindringlich als jemanden dar, dem in seiner Haut absolut unwohl ist. Das Bangen um den Gatten und das Wissen um die heftige Zuneigung ihrer Geschlechtsgenossin, die sie zum Schein erwidern muss, lassen sie als Einzige ahnen: Gleich wie diese Sache endet, für mindestens eine wird sie zur Katastrophe.
Guibee Yang gibt dazu optisch wie gesanglich den perfekten Widerpart. Marzelline ist entsetzt, als sie begreift, dass sie in eine Frau verliebt war. Ihr Traum vom heimischen Idyll (symbolisiert in der bunten Puppenstube in Form des Gefängnisses) ist geplatzt. Das bringt die Sängerin in jeder Faser ihres Körpers zum Ausdruck. Wie zuvor ihre Liebe zum vermeintlichen Mann ihrer Träume. Einblicke in ihre Gedankenwelt bieten kurze eingespielte Monologe (mit Stimme von Christine Gabsch). Ein Übriges tut die starke Szene der ersten Begegnung beider Frauen unter den Vorzeichen der Wahrheit. In der hat die brillant, mit sicherem Timing agierende Robert-Schumann-Philharmonie unter Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo minutenlang allein das Sagen, illustriert nur Körpersprache. Schlechtes Gewissen trifft auf tiefe Verletztheit. Personenführung at its best. Eine ‚Fidelio‘-Inszenierung steht und fällt mit ihren Frauen. Von daher hat sie schon mal gewonnen.
Aber auch die Männer punkten: Krisztián Cser verkörpert in Don Pizarro (im Business-Anzug) die Normalität des Bösen. Er chargiert nicht als dessen Ausgeburt, sondern wirkt wie einer, der meint, für alles seine Leute zu haben. Einen wie Rocco etwa. Magnus Piontek legt ihn als harmlosen, jovialen Pflichterfüller an. Ein feiner Kerl, der für die Offiziere schon mal Würstchen grillt - und so im ersten Akt den Geruch als drittes Medium in die Oper einführt. (…) Solche Mit-Mörder kennt die Geschichte zuhauf.
Und Politiker wie Don Fernando, den Andreas Beinhauer als ahnungs-, harm- und zahnlosen Kofferträger darstellt. Für den ist mit der Freilassung des zu Unrecht Inhaftierten wieder alles in Butter, weitere Aufklärung oder Disziplinarisches unnötig. (…) der von Viktor Antipenko dargestellte Dissident (…) Gesanglich und im Ausdruck seiner Verzweiflung überzeugt der St. Petersburger in jedem Takt seines kurzen Parts.
(…)
Das Politische ist allgegenwärtig in dieser Inszenierung. Aber es kommt nicht mit Holzhammer daher (…).

Torsten Kohlschein

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 28.05.2019

(…) Die zweieinhalbstündige Inszenierung von Robert Lehmeier ist modern und besticht durch ein tolles, internationales Ensemble. Besonders die finnische Sopranistin Pauliina Linnosaari (Leonore/Fidelio) und der St. Petersburger Viktor Antipenko (Florestan) konnten mit ihrer Leidenschaft und Bühnenpräsenz das Premierenpublikum für sich gewinnen. Ganz stark war auch der Auftritt von Guibee Yang, die als Marzelline das ganze Spektrum der Gefühle durchlebt. (…) zeigte sich das Publikum am Ende begeistert und feierte vor allem die Darsteller für ihre überragende Leistung. (…)


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