© Nasser Hashemi

Spielzeit 2019/2020

Mefistofele

So
27.
Oktober
Oper

Mefistofele

Oper in einem Prolog, vier Akten und einem Epilog von Arrigo Boito

 
 

Mit Arrigo Boitos Mefistofele kommt eine der erfolgreichsten italienischen Opern des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf die Bühne des Chemnitzer Opernhauses. Sie ist gleichzeitig diejenige unter allen Faust-Opern, die sich am engsten an den Goethe-Text anlehnt. „In Goethes Dichtung finden sich alle Elemente der Kunst in einer gewaltigen Einheit versammelt: Der Prolog im Himmel stellt das Erhabene dar, die Walpurgisnacht das Schreckliche, der Osterspaziergang das Wirkliche, die klassische Walpurgisnacht das Schöne“, schrieb Boito fasziniert über das Werk des deutschen Meisters. Er nannte die Oper Mefistofele, weil sein Theaterinstinkt, der sich schon beim Libretto für die Hamlet-Oper Franco Faccios gezeigt hatte und später u. a. zu so genialen Operntexten wie Otello in Verdis Vertonung führen sollte, in dieser Figur das größte dramatische Potential sah. Ein starkes Eröffnungsbild zeigt den gefallenen Engel Mefistofele im Dialog mit Gott, musikalisch auf beeindruckende Weise durch opulent besetzte Chöre im sinfonischen Stil dargestellt. Mefistofele ist überzeugt davon, dass er Fausts Seele für sich gewinnen kann. Darüber schließt er mit Gott eine Wette ab. Faust lässt sich zum allbekannten Pakt überreden und genießt die Freuden, die ihm Mefistofele verschafft. Aber das Spiel endet anders als vom Höllenfürsten geplant, denn der Augenblick, zu dem Faust sagt: „Verweile doch, du bist so schön!“, ist der Moment, an dem dieser die Endlichkeit des Seins erkennt und sich Gott zuwendet, der ihm Erlösung im Tod gewährt.

Nachdem die Uraufführung der Oper an der Mailänder Scala 1868 noch ein Fiasko war, weil Boitos Fünfeinhalb-Stunden-Stück das Publikum nicht nur zeitlich, sondern aufgrund des in Italien noch relativ unbekannten Faust-Stoffs auch inhaltlich überforderte, konnte Mefistofele in einer überarbeiteten, sehr gestrafften Version 1875 in Bologna auf Anhieb einen großen Erfolg verbuchen, der sich bald auch auf den internationalen Bühnen einstellte. Der Regisseur Balázs Kovalik wird dieses außergewöhnliche Werk nun für die Oper Chemnitz in Szene setzen. Geboren in Budapest, war er von 2007 bis 2010 als Künstlerischer Leiter der Ungarischen Staatsoper tätig und machte mit seinen dortigen Inszenierungen von Elektra, Fidelio, Xerxes und József Sáris Sonnenfinsternis auf sich aufmerksam. Darüber hinaus ist Balázs Kovalik regelmäßig an Opernhäusern in Deutschland zu Gast, u. a. in Bonn, Hannover, München und Schwerin.

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

In Kooperation mit dem Programm neue unentd_ckte narrative des ASA-FF e.v.

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:3 h 20 min / 2 Pausen
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:28.09.2019
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
So, 27. Oktober | 17:00 Uhr
Preis: 15,00 bis 40,00 €
 

Weitere Termine

16.11.2019 Samstag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
20.12.2019 Freitag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
19.01.2020 Sonntag 17:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
29.02.2020 Samstag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
22.03.2020 Sonntag 17:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
19.04.2020 Sonntag 17:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
Szene aus dem Prolog © Nasser Hashemi
Szene aus dem Prolog © Nasser Hashemi
Szene aus dem Prolog © Nasser Hashemi
Leonardo Fonseca, Roberto Calebrese, Ivan Cheranev © Nasser Hashemi
Leonardo Fonseca, Roberto Calebrese, Ivan Cheranev © Nasser Hashemi
Leonardo Fonseca, Roberto Calebrese, Ivan Cheranev © Nasser Hashemi
Opernchor, Ballett © Nasser Hashemi
Opernchor, Ballett © Nasser Hashemi
Opernchor, Ballett © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Cosmin Ifrim, Siyabonga Maqungo © Nasser Hashemi
Cosmin Ifrim, Siyabonga Maqungo © Nasser Hashemi
Cosmin Ifrim, Siyabonga Maqungo © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Cosmin Ifrim © Nasser Hashemi
Szene aus dem 1. Aufzug © Nasser Hashemi
Szene aus dem 1. Aufzug © Nasser Hashemi
Szene aus dem 1. Aufzug © Nasser Hashemi
Opernchor, Ballett, Statisterie © Nasser Hashemi
Opernchor, Ballett, Statisterie © Nasser Hashemi
Opernchor, Ballett, Statisterie © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Opernchor, Statisterie © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Opernchor, Statisterie © Nasser Hashemi
Magnus Piontek, Opernchor, Statisterie © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Sophia Maeno, James Edgar Knight, Ballett, Statisterie © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Sophia Maeno, James Edgar Knight, Ballett, Statisterie © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Sophia Maeno, James Edgar Knight, Ballett, Statisterie © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Damenchor © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Damenchor © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova, Damenchor © Nasser Hashemi
Isabel Dohmhardt, Ivan Cheranev, Damenchor © Nasser Hashemi
Isabel Dohmhardt, Ivan Cheranev, Damenchor © Nasser Hashemi
Isabel Dohmhardt, Ivan Cheranev, Damenchor © Nasser Hashemi
Cosmin Ifrim, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Cosmin Ifrim, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Cosmin Ifrim, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Szene aus dem Epilog © Nasser Hashemi
Szene aus dem Epilog © Nasser Hashemi
Szene aus dem Epilog © Nasser Hashemi
Sophia Maeno, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Sophia Maeno, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Sophia Maeno, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova © Nasser Hashemi
Katerina Hebelkova © Nasser Hashemi

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo 28.09. / 05.10.2019 / 19.01.2020
Jakob Brenner 27. 10. / 16.11 / 20.12.2019 / 29.02. / 22.03. / 19.04.2020

Inszenierung Balázs Kovalik

Bühne Csaba Antal

Kostüme Mari Benedek

Choreografie Leo Mujić

Chor Stefan Bilz

Dramaturgie Carla Neppl

Besetzung des Stückes

Besetzung
Mefistofele
Magnus Piontek
András Palerdi 05.10. / 16.11.2019

Faust
Cosmin Ifrim

Margherita / Helena
Katerina Hebelkova

Wagner / Nereo
Siyabonga Maqungo 28.09. / 27.10. / 20.12.2019 / 29.02. / 19.04.2020
James Edgar Knight 05.10. / 16.11.2019 / 19.01. / 22.03.2020

Marta / Pantalis
Sophia Maeno

Chor und Extrachor der Oper Chemnitz

Mitglieder des Kinder- und Jugendchores

Ballett Chemnitz

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 30.09.2019

Mit der bildmächtigen (…) Inszenierung der Oper ‚Mefistofele‘ von Arrigo Boito hat die Chemnitzer Oper (…) ihren Saisonauftakt gefeiert.
‚Woran kann man noch glauben? An Unschuld, Geld, Liebe?‘ - Diese Frage hat Regisseur Balázs Kovalik nach eigener Angabe in den Mittelpunkt seiner Inszenierung der Oper ‚Mefistofele‘ von Arrigo Boito (1842 - 1918) für die Oper Chemnitz gestellt, ohne gleich zu versprechen, dass er auf diese Frage eine konkrete Antwort geben würde. Und nein, der Ungar gibt sie tatsächlich nicht (…). Was das Publikum nicht davon abhielt, nach Fall des letzten Vorhangs sowie bei jedem sich bietenden Anlass zuvor das Gebotene mit begeistertem Beifall zu quittieren.
Dazu bot die netto rund zweieinhalb Stunden dauernde Inszenierung auf Italienisch mit deutschen Übertiteln ausreichend Gelegenheit. Es beginnt schon mit dem Prolog im Himmel(…). Kovalik (…) fährt (…) ein Heer von Engeln auf - bis zu 120 Darsteller bevölkern die Bühne, inklusive von Leo Mujic choreografiertem Ballett. Das lädt den kurzen Dialog zwischen Mefistofele und dem unsichtbar bleibenden Herrn zusätzlich auf (…).
Ungewöhnlich auch der Einstieg in den ersten Aufzug, in dem Faust (Cosmin Ifrim) und sein Famulus Wagner (Siyabonga Maqungo) das Treiben der einfachen Leute am Ostertag erleben: Denn beide sitzen mitten unter den Zuschauern. Der Orchestergraben trennt sie eingangs der Szene von dem bunten Völkchen. (…)
Es ist der stete Wechsel aus intimen Passagen wie dem Werben Fausts um Margherita (Katarina Hebelkova) und Massenszenen, die der Inszenierung ihren Reiz verleihen. So verlegt Kovalik den Hexensabbat, auf den Mefistofele seinen Schützling führt, in eine Melange aus Spielhölle und Stripklub - hier feiert man ausgelassen und teils leicht bekleidet auf dem Vulkan, dessen naher Ausbruch der Erde den Garaus machen wird: ‚Tanzen wir, denn diese Welt ist verloren‘, singt das vergnügungssüchtige Volk der Verdammten (…). Aktuelle Bezüge zu einer Gesellschaft, die in vielerlei Hinsicht am Ast sägt, auf dem sie sitzt, sind schon durch die für das Ganze der Inszenierung untypische Heutigkeit dieser Bilder offensichtlich genug.
Auf ganz andere, nun wieder intimere Weise stark ist auch die Szene im Kerker mit Margherita, die auf den Tod wartet, nachdem sie ihr und Fausts Kind ertränkt und die eigene Mutter vergiftet hat und sich im auf dem Bühnenboden vergossenen Blut - ihrer Opfer? - wälzt. (…) Boito (…) macht in ‚Mefistofele‘ aus seiner Affinität zu Richard Wagner keinen Hehl, und doch ist seine Oper kleinteiliger, italienischer strukturiert. Gesanglich fordert sie von den fünf Solisten - zu nennen ist noch Sophia Maeno als Marta, die Kupplerin - vollen Einsatz. Cosmin Ifrim gibt den an sich selbst zweifelnden Faust mit einem strahlenden, makellosen Tenor, Magnus Piontek mit seinem satten Bass und einer nie nur bösen Ausstrahlung. Katerina Hebelkovas facettenreicher Mezzosopran beeindruckte speziell in der überaus blutigen Kerkerszene das Publikum zutiefst.
All das wäre jedoch nicht dasselbe ohne den sehr geordnet und doch stets natürlich und flüssig agierenden Chor, inklusive mehr als ein Dutzend Kinder und Jugendliche. Er leistet zum klanglichen Effekt einen mindestens ebenso großen, wertvollen Beitrag wie die Robert-Schumann-Philharmonie unter Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo. (…) Ein Fest für die Sinne (…)
 

Torsten Kohlschein

tag24.de schreibt am 30.09.2019

Opulent und frivol: ‚Mefistofele‘ bringt ganz Chemnitz in Versuchung
Ein teuflisch guter Abend (…)
Die dreistündige Inszenierung von Balázs Kovalik kommt bildgewaltig und opulent daher. Beeindruckend ist schon der Einstieg beim ‚Prolog im Himmel‘ mit einem riesigen Chor in schillernden Kostümen und einer Balletteinlage. (…) Magnus Piontek gibt den Verführer Mefistofeles, der nicht nur mit Faust, sondern mit der ganzen Welt zu spielen scheint. Etwas bieder, dafür aber umso stimmgewaltiger, ist Cosmin Ifrim als Faust. Katerine Hebelkova gibt eine vielschichtige Margherita und im dritten Aufzug Helena, Sophia Maeno ist als Marte eine Femme fatale und Siyabonga Maqungo der überlegt handelnde Wagner.
Nicht unerwähnt bleiben darf die großartige Leistung der Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo.
Dem Ungarn Kovalik ist mit ‚Mefistofele‘ ein beeindruckender Spagat zwischen einer klassischen Oper und einer modernen Inszenierung gelungen: Kurzweilig, stimmig und mit vielen mutigen Ideen. Dafür gab es am Ende zurecht einen minutenlangen Schlussapplaus.
 


Startseite
Suche Zusatzinformationen
Teilen
nach oben eine Seite zurück

Was suchen Sie?

Suche schließen
Exit
nach oben eine Seite zurück