Spielzeit 2017/2018

Ein Maskenball

Fr
15.
Dezember
Oper

Ein Maskenball

Melodramma von Giuseppe Verdi
Libretto von Antonio Somma
(Stockholmer Fassung)

 
 

Stockholm und Umgebung 1792. Der schwedische König Gustav III. ist in Amelia, die Frau seines vertrauten Sekretärs Anckarström, verliebt. Die Magierin Ulrica warnt Gustav vor einem Attentat und verspricht Amelia gegen die verbotene Leidenschaft ein Kraut, das diese um Mitternacht auf dem Galgenberg finde. Dort treffen Gustav und Amelia aufeinander, gestehen sich ihre Liebe, versagen sich aber deren Erfüllung. Ein Irrtum führt zur Katastrophe: Anckarström fühlt sich betrogen. Aus Freunden werden Feinde, Eifersucht mündet in blinden Hass. Auch Gustavs Beteuerung der Unschuld Amelias kann daran nichts ändern. Auf einem Maskenball tötet Anckarström seinen Rivalen.

Keine seiner Opern verlangte Giuseppe Verdi so langwierige und zermürbende Auseinandersetzungen mit Zensurbehörden ab wie Ein Maskenball. Zu sehr fürchtete man in Neapel und Rom aufgrund der politischen Brisanz die aufwieglerische Kraft des Musiktheaters, die den Widerstand gegen die Fremdherrschaft der Bourbonen hätte befeuern können. Dabei diente Verdi und Somma das historische Attentat auf den umstrittenen König Gustav III. von Schweden 1792 lediglich als Rahmen für eine fiktive Beziehungstragödie. Aber offensichtlich war Schweden noch nicht weit genug weg: Das Autorenduo wurde gezwungen, die Handlung nach Boston Ende des 17. Jahrhunderts zu verlegen. So durfte das Melodram am 17. Februar 1859 in Rom uraufgeführt werden. Im 20. Jahrhundert avancierte die ursprüngliche „Stockholmer Fassung“, die Verdi nie auf der Bühne sah, zur meistgespielten Version. Verdi verschmolz höfische Lebenslust und Rokoko-Prunk, Mystik und Erotik zu einem packenden Musikdrama.

Die Regisseurin und Choreografin Arila Siegert setzte in Chemnitz bereits Faurés Pénélope, Webers Freischütz, Tschaikowskys Eugen Onegin und Offenbachs Hoffmanns Erzählungen mit überregional beachtetem Erfolg in Szene. Am Dirigentenpult gibt Guillermo García Calvo sein Premieren-Debüt als neuer Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz.

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

 

 

Spielort:Opernhaus - Saal
Spielzeit:2 h 45 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:02.12.2017
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
Fr, 15. Dezember | 19:00 Uhr
Preis: 14,00 bis 38,00 €
 

Weitere Termine

14.01.2018Sonntag15:00 Uhr   Opernhaus - Saal  
27.01.2018Samstag19:00 Uhr   Opernhaus - Saal  
17.03.2018Samstag19:00 Uhr   Opernhaus - Saal  
08.04.2018Sonntag15:00 Uhr   Opernhaus - Saal  
10.05.2018Donnerstag18:00 Uhr   Opernhaus - Saal  

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo

Inszenierung Arila Siegert

Bühne Hans Dieter Schaal

Kostüme Marie-Luise Strandt

Chor Stefan Bilz

Dramaturgie Susanne Holfter

Besetzungsliste des Stückes

Besetzungsliste
Gustavo
Ho-Yoon Chung 02.12. / 08.12. / 15.12.2017 / 14.01. / 27.01.2018
Sung Kyu Park 17.03. / 08.04. / 10.05.2018

Anckarström
Paolo Rumetz

Amelia
Maraike Schröter

Ulrica
Alexandra Ionis

Oscar
Silvia Micu 02.12. / 15.12.2017 / 14.01. / 08.04. / 10.05.2018
Guibee Yang 08.12.2017 / 27.01. / 17.03.2018

Cristiano
Andreas Beinhauer

Horn
Magnus Piontek

Ribbing
Eric Ander

Richter
Edward Randall

Diener
Hubert Walawski

Chor, Chorgäste und Extrachor der Oper Chemnitz

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt am 11.12.2017

Mit der Oper ‚Un Ballo in Maschera –Ein Maskenball‘ hat der neue Chefdirigent Guillermo García Calvo seine erste Opernpremiere in Chemnitz dirigiert. Unter seiner Leitung war ein harmonisch-abgestimmter, sehr genau und klangschön musizierter Verdi mit dramatischen Höhepunkten zu erleben. Die Robert-Schumann-Philharmonie bewies einmal mehr ihre Qualität. Sehr präsent war der durch Extrachor und Chorgäste verstärkte Opernchor, ein überzeugendes Solistenensemble ließ die Aufführung zu einem Hörgenuss werden.
(…)
Großartig, überaus wandlungsfähig und immer auf der Höhe ist Ho-Yoon Chung als Gustavo. Er zeigt im Spiel, wie widerspruchsvoll seine Figur sein kann, unberechenbar und lustvoll, schwärmerisch bis zur Melancholie, von Zwängen bedrängt, die er zu ignorieren neigt. (…) Kräftige Präsenz zeigt Paolo Rumetz als Renato (…).

Jens-Daniel Schubert

Die „Freie Presse“ schreibt am 04.12.2017

Verdis Oper ‚Ein Maskenball‘ gerät in der Chemnitzer Inszenierung zum dramatischen Reigen aus Liebe, Politik und Eifersucht und glänzt mit starken Frauenrollen. Zudem hat der Dirigent seine Feuerprobe bestanden.
(…) Calvos Auftakt lässt Großes ahnen.
Im ‚Maskenball‘ präsentierte er schon in den ersten Minuten seine ganz eigene Handschrift. Musikalisch setzte er auf Reduktion, auf ein sachtes Herantasten an den großen Stoff, auf die leisen Töne. Dabei platzierte er Pausen gekonnt und gab einzelnen Instrumenten Raum zur Präsentation. Verdis Melodien versetzte die Robert-Schumann-Philharmonie mit Leichtigkeit und setzte damit sowohl Kontraste als auch stimmige Ergänzungen zum tragischen Bühnengeschehen. (…) Das variable Bühnenbild des Architekten Hans Dieter Schaal fügte sich aus Betonwänden zusammen und schuf eine bedrohliche und gefängnisartige Kulisse. Ein geschickter Zug, denn so ließ sich das Geschehen nicht mehr allein in der Vergangenheit verorten, sondern hätte genauso gut in Nordkorea oder anderen heutigen autoritären Regimen stattfinden können, in denen sich Höflinge um einen Alleinherrscher scharen. Die Wahl, die Hauptrolle des Gustavo III. mit Ho-Yoon Chung, einem gebürtigen Koreaner, zu besetzen, verstärkt die Assoziationen. Ein Gewinn. Denn eine westlich geprägte Rolle an einen asiatischen Sänger zu geben, verleiht dem Stück eine globale Ebene.
Die Glanzlichter, die die Inszenierung zum großen Erlebnis machten, waren aber drei sehr starke Frauen. Allen voran Maraike Schröter, die als Amelia Angelpunkt eines Liebesdreiecks wird und mit glasklarer Stimme ihrer Rolle, die symptomatisch für die Frau an sich, für die Mutter, die Geliebte, aber auch für das Objekt der Sehnsucht steht, Tiefe verleiht, die unter die Haut geht. Auch Alexandra Ionis als teufelsanbetende Wahrsagerin Ulrica sorgt für Gänsehautmomente. Mit rauchig tiefer Stimme zeugt sie von der Macht der Frauen, erzählt vom Schicksal und weiß sich gegen die dekadente lärmende Höflingswelt mit düsterer Würde zu behaupten. Dritte Dame im Bunde ist Silvia Micu, die den Pagen Oscar spielt. Mit tänzelnder Leichtigkeit singt und spielt sie die Narrenfigur, die das Geschehen vorantreibt und dabei Goldstaub aufwirbelt. Die Herren im Ensemble müssen sich mächtig anstrengen, um mit den Damen musikalisch Schritt halten zu können. Zumal der Chor im "Maskenball" geradezu zum Star avanciert. Inhaltlich bietet er den Hauptrollen einen Reflexionsrahmen, musikalisch ziehen die Damen und Herren sämtliche Register und zeigen sich auch in Spiel und Tanz mitreißend. (…) war der Applaus am Ende tosend. Die Inszenierung gefiel. Auch Guillermo García Calvo wurde gebührend honoriert. Denn ihm ist zu verdanken, dass die Chemnitzer Inszenierung von ‚Ein Maskenball‘ zu einem musikalischen Genuss geworden ist. Die Oper weckt die Neugier auf weitere musikalische, von Calvo interpretierte Klassiker.

Sarah Hofmann

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 04.12.2017

(…)
Ho-Yoon Chung spielt Gustavo lebensfroh und unbekümmert. Maraike Schröter ist eine stimmgewaltige, alles überstrahlende Amelia. Silvia Micu sorgt als Oscar für viel Heiterkeit und bringt eine gewisse Leichtigkeit in das Stück. Komplettiert wird die Inszenierung von einer großartigen Leistung des Chors.
(…) Passend zum düsteren Thema der Oper sind Bühne (Hans Dieter Schaal) und Kostüme (Marie-Luise Strandt) überwiegend dunkel gehalten, nur wenige Farbtupfer hellen die Szenerie auf.
Die knapp dreistündige Inszenierung von Arila Siegert ist kurzweilig und hat trotz der Thematik zahlreiche heitere Momente. Das Publikum war begeistert. (…)

vw

„Bild Leipzig“ schreibt am 04.12.2017

(…) Groß: der Chor, herausragend: Paolo Rumetz und Silvia Micu (…).

Kröning

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