© Kirsten Nijhof

Spielzeit 2018/2019

Don Pasquale

So
23.
September
Oper

Don Pasquale

Oper von Gaetano Donizetti
Libretto von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti

 
 

 

Gibt es Liebe auf Rezept? Der alte Junggeselle Don Pasquale in Gaetano Donizettis gleichnamiger Oper scheint davon auszugehen. Warum sonst lässt er sich von seinem Hausarzt eine junge Frau verschreiben? Wenn er doch wenigstens den Beipackzettel ordentlich gelesen hätte! Dort war sicher unter „Risiken und Nebenwirkungen“ so etwas aufgeführt wie „Nervenzusammenbruch, Hörsturz, Vermögensschwund“, denn der gerissene Doktor nutzt seine Position, um Pasquale eins auszuwischen. Die Geschichte: Don Pasquale hat seinem Neffen Ernesto verboten, die junge, aber mittellose Norina zu heiraten. Doch Pasquales Leibarzt Malatesta will den Verliebten zu ihrem Glück verhelfen und ersinnt eine Intrige. Er entfacht in Don Pasquale romantische Gefühle für Norina, die den alten Herrn zum Schein heiraten und ihm dann das Leben zur Hölle machen soll. Schon kurz nach der Hochzeit verwandelt sie sich daher von der liebreizenden Braut in eine kommandierende Furie, die verschwenderisch das Geld aus dem Fenster wirft und sich über Pasquale lustig macht. Don Pasquale will nur noch eines: die unsägliche Plage an den Neffen loswerden.

Die Theater Chemnitz hatten 2017 beim Ring Award in Graz, einem international renommierten Musiktheaterwettbewerb für Regie und Bühnengestaltung, einen Sonderpreis ausgelobt. Aus den besten der mehr als 100 Bewerber hatte die Theaterleitung drei junge Regieteams ausgewählt, die dem Chemnitzer Publikum in einer öffentlichen Präsentation im März 2017 ihre Konzeption zu Donizettis Oper Don Pasquale vorstellten. Per Voting entschied sich das Publikum mehrheitlich für die Konzeption des Regisseurs Nils Braun und seines Bühnen- und Kostümbildners Oliver Burkhardt, die nun als komplette Neuproduktion im Opernhaus Chemnitz zu erleben ist. Die beiden jungen Theatermacher wollen zeigen, dass die heute oft per Mausklick praktizierte schnelle Partnerwahl auch zu Donizettis Zeiten schon aktuell war, nur dass der Titelheld Don Pasquale eben nicht das Internet nutzen konnte, sondern seinen mit allen Wassern der Lebenskunst gewaschenen Hausarzt und dessen analoge Heiratsvermittlung bemühen musste. Die Schmetterlinge in den Bäuchen der Verliebten flatterten aber damals genauso wie heute und ebenso zeitlos spielen Klischees und Vorurteile eine Rolle, die manchem den Weg in Amors Welt versperren. 

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

 

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:2 h 30 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:12.05.2018
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
So, 23. September | 15:00 Uhr
Preis: 14,00 bis 38,00 €
 

Weitere Termine

07.10.2018 Sonntag 15:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
25.11.2018 Sonntag 15:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
15.12.2018 Samstag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
29.12.2018 Samstag 18:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
© Kirsten Nijhof
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Attilio Tomasello
N.N.

Inszenierung Nils Braun

Bühne und Kostüme Oliver Burkhardt

Chor Pietro Numico

Dramaturgie Carla Neppl

Besetzung des Stückes

Besetzung
Don Pasquale
Noé Colín

Doktor Malatesta
Andreas Beinhauer

Ernesto
Cosmin Ifrim

Norina
Katharina Boschmann
Guibee Yang

Ein Notar
André Eckert

Damen und Herren des Opernchores

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„Der Neue Merker“ schreibt in Ausgabe 06/2018

Für ihren dritten ‚Pasquale‘ nach 1945 hatte die Theaterleitung das Publikum eingeladen, von 3 Inszenierungsteams, die sich aus Bewerbern für den Ring award 2017 in Graz rekrutierten, dasjenige zu küren, dessen Konzeption am ehesten den Vorstellungen der Chemnitzer entsprach. Mit dem Siegeslorbeer durften sich der Regisseur Nils Braun und dessen Szenograph Oliver Burkhardt (auch Kostüme) schmücken. Diesen Wechsel auf die Zukunft lösten die beiden jungen Männer nun zur vollsten Zufriedenheit des Auditoriums (und wohl auch der Kritik) ein, nahmen sie doch den Maestro aus Bergamo bei Wort und Ton, bereiteten der Buffa mit einem ebenso phantasievollen wie unaufwendigen Bühnenbild eine exzellente Spielfläche, auf der sich die kostbaren Kostüme als zusätzlicher Blickfang erwiesen. (…) Eine Frau inmitten dreier Junggesellen – diese Situation bezeichnet Braun als ‚Löwenkäfig der Liebe‘, hinterfragt speziell die Figur des Malatesta, in dem er einen ‚Advocatus Diaboli‘ zu erkennen vermeint, der gleichfalls ein Auge auf die aparte Norina geworfen hat. Als dessen Widerpart führt der Regisseur einen stummen Amor (Yves Klemm) ein, dem die Aufgabe zufällt, dem Mephisto-verwandt kostümierten Dottore das Handwerk zu legen. Diese (…) ungewohnte Sicht beschädigt das Werk jedoch auf keinen Fall. Und wie die Regie außer Klemm zwei weitere Komparsen (Gabriele Noack, Andreas Uhlig) als Bedienstete Norinas bzw. Pasquales mit umfangreichen Aufgaben in das Geschehen integriert, verdient uneingeschränkte Anerkennung. Darüber hinaus imponierte, wie der Auftritt des vermeintlichen Notars eben nicht als billige Komödienstadelnummer serviert wird. Freilich erwies sich der mit dieser Rolle betraute André Eckert auch als ausgesprochene Luxusbesetzung. (…) Noé Colín (Pasquale) wurde glücklicherweise davor bewahrt, die Figur zum senilen Deppen zu degradieren, gestand dem in die Jahre gekommenen Hagestolz etliche menschlich liebenswürdige Züge zu. Sein Bass strömt Wärme und Wohllaut aus. (…) Als Ernesto wartete Cosmin Ifrim (…) mit einer durchweg begeisternden Leistung auf. Die zahlreichen Pianopassagen des Parts servierte er voller Wonne, knickte andererseits vor Spitzentönen nicht ein, denen er strahlenden Glanz verlieh. (…) Spaß an der Freud‘ zeichnete den Malatesta Andreas Beinhauers aus (…). In den Wettbewerb um halsbrecherische Zungenfertigkeit (Gartenduett mit Pasquale) brachte er sich ohne Verluste ein.
Die musikalische Leitung oblag Kevin Griffiths, Chefdirigent des Collegium Musicum Basel und engagierter Förderer zeitgenössischen Schaffens, der sich bravourös auf dem Gebiet der Opera buffa zurechtfand und die Mitglieder der Robert-Schumann-Philharmonie zu einer zündenden, von Champagnerlaune erfüllten Wiedergabe animierte.

Joachim Weise

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 06/2018

Geglückt: Donizettis komischer ‚Don Pasquale‘
(…) diese beiden gehen (…) als klare Sieger hervor: Nils Braun und Oliver Burkhardt. Sie nehmen diese komische oper aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die gar nichts anderes sein kann als zum Gotterbarmen harmlos, verschaffen ihr genau das richtige betulich-adelige Ambiente, dessen sie bedarf, und siehe da, es erstrahlt eine uralte Geschichte mit frischen Figuren, die wirklich das sind, was sie sein sollen: komisch. Dazu noch die frischesten Klänge eines Donizetti, (…) und es wird ein Abend, den ich bei Anfällen von Misslaune unbedingt als Mittel zur Aufheiterung empfehle.
Die Bühne ein einfacher Prospekt: der Kupferstich eines schlossartig kostbaren Innenraums, aus dessen grafischer Zweidimensionalität sich jedoch einer der gipsernen Putti von der Wand löst und abstürzt. Ein Schrei, ein Klirren, und da liegt er, in die 3D-Wirklichkeit gefallen, Gott Amor selbst, (…) und bekommt alsbald zu tun. Damit ist ein zart antikisierender Hauch über das ganze Geschehen gelegt, den ein Chor aus bekränzten Gestalten in bunten Tuniken schön albern noch verstärkt – Peter Heber im luftig-duftigen Rosa, das allein ist schon den Abend wert. (…) das Minimum einer Konstellation, die bereits antiken Komödien ihren Stoff geliefert hat: Junger Mann liebt junge Frau, wogegen alter Mann etwas hat, von dessen Vermögen der junge Mann abhängig ist. Die Lösung ist in diesem Fall, dem Alten die Frau zum Schein anzuvertrauen und sie mit gewollter Unerträglichkeit mehr von seinem Vermögen verprassen zu lassen, als wenn er sie dem jungen Mann überließe – was er deshalb schließlich tut. (…) als Initiator der Intrige (…) ein Doktor Malatesta, zu deutsch ‚schlimmer Kopf‘: Andreas Beinhauer gibt ihn, agil und ganz in seinem komischen Element, als hocheleganten Satan in Schwarz mit wohlgesetzten roten Akzenten (…). Der junge Mann, das ist natürlich der obligate Tenor dieser Oper: Für ihn hat Cosmin Ifrim den nötigen Schmalz in der Stimme, geschmeidig brillierend in allen registern der Belcanto-Sangeskunst. Das Blau und Gelb von Gehrock, Weste und Hose macht ihn ironisch zum Abklatsch eines Werther – mit dem wunderbaren Einfall, ihm die Sachen zu groß zu schneidern: Dieser Ernesto füllt das große Vorbild nicht ernsthaft aus. (…) Don Pasquale (…), einen Buffo, wie er im Buche steht, verkörpert Noé Colín, wie man ihn nicht besser verkörpern kann (…) auch musikalisch kann man es sich (…) nicht besser wünschen: Philharmonie und Chor, geleitet von Stefan Politzka und Pietro Numico, glänzen in feinster und – was für eine Serenade! – romantischster Intonation. Da reichen keine 12 Punkte.

Eske Bockelmann

Die „Freie Presse“ schreibt am 30.05.2018

Das Chemnitzer Publikum hat sich den Regisseur für Donizettis Oper ‚Don Pasquale‘ selbst gewählt - und es hat einen ausgesprochen guten Griff getan.
(…) Der erst 21jährige Regisseur Nils Braun belässt das Stück denn auch in seiner Zeit, versucht es nicht krampfhaft in die handybewaffnete gegenwärtige Datingwelt zu holen, obwohl es um etwas Ähnliches geht. Den in Köln geborenen Nils Braun hatte das Chemnitzer Publikum nach einer spritzigen Bewerbungsrede für die Inszenierung selbst gewählt - und damit ein gutes Gespür bewiesen.
Der 70jährige Junggeselle Don Pasquale - hervorragend gespielt von Noé Colín, der die ganze bigotte Tragik des reichen, alten Mannes mit Kraft, Eleganz und einer gewissen Distanz spielt und singt, sodass er nie zum Gespött der Handlung wird, obwohl die eigentlich darauf angelegt ist - will sich vermählen, um sein Erbe zu sichern. Dies redet ihm zumindest der diabolisch rotschwarz gekleidete Arzt Malatesta ein (Andreas Beinhauer als Strippenzieher mit kühler Berechnung), der auch gleich die passende Dame parat hat: Seine Schwester Sifronia. Die aber ist in Wahrheit Norina und die Geliebte Ernestos. (…)
Silvia Micu als Norina zieht kokett und bürgerlich selbstbewusst alle Register ihrer Sanges- und Verwandlungskunst - immer wieder passend eingekleidet vom Bühnen- und Kostümbildner Oliver Burkhardt, der, zusammen mit Lichtgestalter Mathias Klemm, Sinn für die unwillkürliche wie effektvolle Verwandlung der Bühne hat. Je mehr die Figuren und die Handlung Gestalt annehmen und in ihrer eigensinnigen Fehlbarkeit erkennbar werden, umso dreidimensionaler wird die Bühne, öffnen sich Fenster, füllen sich Gärten, umso mehr leuchten die Kleider - auch des Chores, der in bunte Gewänder wie aus dem Ikea-Ballparadies gehüllt ist.
Nur Ernesto (…) muss mit einem fast lächerlich wirkenden Gewand vorliebnehmen, nicht Fisch, nicht Fleisch, was aber Cosmin Ifrim nicht daran hindert, ebenso gut zu singen wie zu spielen - wie überhaupt alle Protagonisten über ein ausgezeichnetes schauspielerisches Talent verfügen und die Aufführung so zu einem kurzweiligen Vergnügen machen.
Wozu die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung ihres zweiten Kapellmeisters Stefan Politzka wesentlich beiträgt. Er gibt dem Orchester eine wunderbar luftige Leichtigkeit, die die Komik in Donizettis Komposition ebenso beherrscht wie die nachdenklichen Elemente und die die exzellent vorgetragenen mehrstimmigen Gesangspassagen subtil zur Geltung bringt.
Eine Balance, die auch Regisseur Nils Braun erreicht. Er führt die Figuren (…) nicht vor - er akzeptiert das Streben nach spätem, eingekauften Glück des überforderten Don Pasquale ebenso wie er dem Paar Norina und Ernesto sein Happy End gönnt, auch wenn man sich fragen kann, womit sie es eigentlich verdient haben. Denn Amor bleibt stumm, und wenn Liebe wirklich ist, sich selbstlos am Glück des Anderen zu freuen und zu geben, was man nicht hat, jemandem, der nichts davon will - dann ist ‚Don Pasquale‘ keine Liebesgeschichte. Aber eine wunderbar spritzige, unterhaltende Oper. Es gab viel Applaus und einige Bravo-Rufe.

Matthias Zwarg

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 14.05.2018

(…)
Das Chemnitzer Publikum war von der jungen Inszenierung im klassischen Gewand begeistert – langer Beifall und ‚Bravos‘ für Guibee Yang, Noé Colín, Andreas Beinhauer und Cosmin Ifrim.
(…)

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