© Nasser Hashemi

Spielzeit 2018/2019

Aufstand der Dinge

Do
21.
Februar
Figurentheater

Aufstand der Dinge

Ein Generationenprojekt zur Nachwendezeit
URAUFFÜHRUNG

 
 

Da gehen sie, Großeltern und ihre Enkel, ins Chemnitzer Figurentheater. Neugierig sind sie auf die Gegenstände, die aus Magazinen von Museen, Dachböden und Kellern geholt wurden und die die Älteren aus ihrem Leben in der DDR nur zu gut kennen. Diese Prototypen und Konsumgüter, Alltagsgegenstände und mechanischen Wunderwerke üben den Aufstand. Sie möchten endlich gehört werden, denn sie haben Geschichten zu erzählen: von der DDR, der Wendezeit und danach, als sie sich in einem neuen Land zurechtfinden mussten.

28 Jahre lang stand die Mauer, noch länger steht sie nicht mehr – nahezu eine Generation. Mit der Wende 1989/1990 wurde die DDR radikal überschrieben. Treuhand und Massenentlassungen waren die Geburtshelfer der neuen Bundesländer als „blühende Landschaften“. Die Bevölkerung hat diese Zeit sehr unterschiedlich erlebt – zwischen Auf- und Einbruch. Einige wurden glücklich, weil sie sich endlich frei entfalten konnten, anderen hingegen brach die Lebensgrundlage weg. Aber allen schrieben sich die Brüche von Wende- und Nachwendezeit in die Biografien ein. Und diese Erfahrungen wirken fort, bis hinein in die aktuellen Debatten um Demokratie, Heimat und Integration.

Vielen Gegenständen, die in Chemnitz wie in der gesamten DDR hergestellt oder alltäglich genutzt wurden, erging es ähnlich wie den Menschen, auch sie wurden nach der Wende auf-, um- oder abgewertet. Regisseur Mirko Winkel und sein Team üben den Aufstand dieser Dinge – gestützt auf Recherchen unter Chemnitzer Zeitzeug*innen und in Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer Industriemuseum. Die Bezugnahme auf Objekte, die Emotionalisierung des Materiellen, lässt einen Abstand zum Thema Wende- und Nachwendezeit zu, der sonst schwer zu haben ist. Das Team wendet sich an ein Publikum, das viel zu viel oder viel zu wenig über die damalige Zeit weiß, und es fragt, wie wir künftig mit dieser, unserer Geschichte umgehen wollen und was wir aus ihr lernen können.

„Viele Menschen haben den Bruch nach 1989 noch nicht verarbeitet. Das überträgt sich bewusst und unbewusst auch auf das demokratische System.“ Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

In Kooperation mit dem Programm neue unentd_ckte narrative des ASA-FF e.V. und dem Industriemuseum Chemnitz 

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Förderverein der Theater Chemnitz und dem ASA-FF e.V. - Netzwerk für Globales Lernen 

 

Spielort:Schauspielhaus - Kleine Bühne
Dauer:ca. 1h
Altersempfehlung:von 8 bis 108 Jahren
Information:Premiere im Rahmen des Festivals "Aufstand der Geschichten" vom 03. bis 11. November 2018
Premiere:03.11.2018
Do, 21. Februar | 10:00 Uhr
Preis: 10,00 €
 

Weitere Termine

23.02.2019 Samstag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Kleine Bühne

Bilder zum Stückes

Bilder
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Konzept, Regie und Ausstattung Mirko Winkel

Dramaturgie René Schmidt

Besetzung des Stückes

Besetzung

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„Theater der Zeit“ schreibt in der Ausgabe Dezember 2018

Dies (…) ist Geschichtsunterricht mit spielerischen Mitteln (…). Ein groß angelegter Versuch, den Umbruch von gestern neu zu verstehen. Denn auch unsere Gegenwart befindet sich in einem rasanten Wandlungsprozess. Ein Rückblick kann den Voranstürzenden dabei nur guttun. Was landete fälschlich auf der Müllhalde der Geschichte? Sicher nicht nur der Hometrainer Velomet aus dem VEB Sportgerätewerk mit 2300 Beschäftigten (nach 1990 abgewickelt und nicht mehr existent), der hier als eines unter zahlreichen wiederaufgefundenen Dingen seine Geschichte erzählt. (…)
Claudia Acker und Mona Krueger, zwei Schauspielerinnen vom Figurentheater Chemnitz, bringen die Gegenstände virtuos moderierend ins Spiel mit dem Publikum. Mal sind sie diese selbst, mal wiederum spielen sie sie an. (…)


Der „Museumskurier“ schreibt in Ausgabe 42/2018

(…) Die Schauspielerinnen erzählen die politische Wende 1989 als Märchen. Ein Königreich geht unter. Einige Dinge gehen auf die Reise ins überlebende benachbarte Königreich – als Straßenmusiker. Davor müssen sie sich aber bewerben. So wie nach der Wende die Menschen peinliche Personalgespräche erduldeten: ‚Sind Sie flexibel?‘ Der Klapphocker KH 72, Konsumgüterprodukt der Numerik redet zwar breites Sächsisch, aber gewinnt mit hohem Flirtfaktor (KH wie Karl-Heinz) als Publikumsliebling. Der Robotron PC 1834 fliegt dagegen raus: Monitor defekt.
Mit kindlicher Neugier und großer Spielfreude befragen und testen die Puppenspielerinnen Claudia Acker und Mona Krueger die Objekte. Klamauk eingeschlossen, schließlich sind wir ja alle ein bisschen Kinder geblieben… Yvette, das Manikür-Gerät aka electric aus Dresden, darf auch mit, weil es in einer Tanzeinlage überzeugt. Vibrationskunst bringt auch die Wäscheschleuder der Ermafa an den Start. Fehlt noch die Stasi-Wanze, die sich freiwillig unter einem Zuschauerstuhl zu erkennen gibt. Das Lachen im Publikum klingt hier nicht befreit. Aber nur lustig sein, reicht nicht.
Auf der Reise folgt die schönste Szene: Aufbau als Bremer Stadtmusikanten. Unten steht der Klapphocker, darüber die Schleuder, darüber Yvette und oben die kleine Wanze. Die schämt sich aber und verlässt die Gruppe. (…) Unbedingt vormerken!

Achim Dresler

Die „Freie Presse“ schreibt am 05.11.2018

(…)
Die Dinge erzählen gemeinsam mit den beiden Schauspielerinnen Mona Krueger und Claudia Acker von der Stasi, von der Treuhand, vom schlechten Westfernsehen-Empfang – ein Stück Geschichte, das man wohl in der DANN hat, das man auswendig kann, wenn man vor 1990 geboren wurde, aber nicht, wenn man wesentlich jünger ist. Der ‚Aufstand der Dinge‘ ist deshalb ein Stück für Kinder: Es vermittelt Wissen über die DDR, spielerisch und interaktiv, auf erfrischende Art. Wie jedes gute Kinderbuch auch ist es aber gleichzeitig auch ein Stück für Erwachsene: Ein bisschen lustig, ein bisschen traurig, ein bisschen Ostalgie, dabei aber nie pathetisch.
(…)

Johanna Eisner

Weitere Pressestimmen

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