Wiederaufnahmen

Ein Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraum

Ballett von Reiner Feistel nach William Shakespeare
Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy u. a.

 
 

Flirrende Abendluft, die nicht milder werden will, der Glanz der blauen Stunde, die langsam die Geheimnisse der Dunkelheit preisgeben möchte, und hitzemüde Geister, die im Taumel der hereinbrechenden Nacht nicht zur Ruhe kommen – all das atmet William Shakespeares Sommernachtstraum. Es ist ein Werk, dessen Titel bereits eine Ahnung der zauberhaften Atmosphäre einer Geschichte gibt, die im Angesicht ihres Schauplatzes, des mythischen Naturraumes Wald, die Bereiche des Märchenhaften berührt.

Alles dreht sich um Liebe und vielleicht auch Triebe. In der Magie einer Sommernacht ringen vier junge Menschen, Hermia, Lysander, Helena und Demetrius, um die Erfüllung ihrer Liebessehnsüchte. Doch nicht nur die Menschenwelt unterliegt amourösen Verstrickungen. Auch Elfenkönig Oberon und seine Frau Titania befinden sich in einem leidenschaftlichen Streit. Puck, Oberons Hofnarr, macht die Verwirrung komplett, als er im Auftrag des Elfenkönigs neben Titania fälschlicherweise auch Lysander und Demetrius mit einem Liebeszauber belegt.

Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum gehört zu den bekanntesten und meistgespielten Bühnenstücken des britischen Autors, das neben bildenden Künstlern auch Schriftsteller und Theaterschaffende zu diversen Adaptionen in Theater und Film inspiriert hat. Ebenso sahen sich Komponisten durch die einzigartige Atmosphäre des Stücks angeregt. So auch Felix Mendelssohn Bartholdy, der 1842 eine Schauspielmusik zum Werk komponierte, die vor allem durch den darin enthaltenen Hochzeitsmarsch zu weltweiter Berühmtheit gelangte. Reiner Feistel bringt u. a. mit jener Schauspielmusik den Shakespeareschen Stoff in einer ganz eigenen und frischen Version auf die Bühne des Chemnitzer Opernhauses.

Dauer:2 h 20 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 10 Jahren
Premiere:04.03.2017
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Stefan Politzka

Choreografie und Inszenierung Reiner Feistel

Bühne und Kostüme Frank Fellmann

Dramaturgie Christiane Dost

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Leipziger Volkszeitung“ schreibt am 07.03.2017

Oh, dieser Puck! Zur Ouvertüre krabbelt er aus dem Orchestergraben. Tänzelt, wie ein Nachtmahr aus den Tiefen des Unbewussten, auf der Balustrade zwischen Musikern und Publikum. Aus einer anderen Welt gelockt mit den Klängen aus Mendelssohns ‚Ein Sommernachtstraum‘. Am Wochenende feierte der als Ballett (Choreografie: Reiner Feistel) im Chemnitzer Opernhaus zu Recht bejubelte Premiere. Gelingt dieser Inszenierung doch etwas Seltenes: Das somnambule, janusköpfige, poetische Traumgespinst, das Shakespeare mit diesem Stück wob, atmosphärisch adäquat heraufzubeschwören. Was auf hiesigen Gegenwartsbühnen ja tatsächlich fast nur noch mit den Mitteln der Musik gelingt, kommt man dem Sprachkünstler Shakespeare doch sprechend kaum noch bei. Dass nun Feistel noch Kompositionen von Debussy, Rossini, Elgar und Strawinsky in seine ‚Sommernachtstraum‘-Inszenierung montierte, ist dabei nicht, was sich befürchten ließe, zu viel des Guten. Vielmehr bedienen diese Dreingaben Facetten, die bei Mendelssohn weniger Anklang finden. Das Dunkle, Surreale, Abgründige auch. Das (…), ohne die Sommernachtleichte des Stoffes umzustülpen zur Bedeutungsschwere (…), wirkt (…) in der Gesamtheit mit bestechender Stringenz. Zu der auch beiträgt, wie die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung Stefan Politzkas zwischen den Polen changiert. Effizient, kräftig (…) bewegt man sich von Mendelssohn zu Debussy, tänzelt von Rossinis ‚Sigismondo‘-Ouvertüre zu Strawinskys ‚Norwegian Moods‘ und Elgars ‚Nimrod‘. Klangräume öffnend, in die sich dieses Ballett ebenso organisch einpasst wie in den Bühnenraum (Frank Fellmann). In dem grünt zu Beginn der Wald vor Athen als dezidierte Kulissenmalerei vor großer Festtafel. Bis sich dieses flächige Hintergrundbild verselbständigt und magisch zur irrlichternden Raumtiefe öffnet, wirklich wird und zugleich entschwebt ins Leichte. Mit dem dann Zettel und Kumpane (inklusive Bernd Sikora, der als Squenz für hinreißende Perkussions-Einlagen sorgt) erst auf einem Stahlträger vom Schnürboden schweben, um sich bald, samt Theaterkarren mit Shakespeare-Konterfei, im Dickicht der Handlung zu verheddern. Poetisch stark, witzig und unmittelbar wie diese Bilder, zeigt sich das choreografisch-tänzerische. Rührend beim Auftritt der ‚kleinen Elfen‘ der Opernballettschule. Oder als burleskes Liebers-Lust-Leid-Rangeln zwischen Demetrius (Benjamin Kirkman) und Lysander (Emilijus Miliauskas) um die bisher verschmähte Helena (Helena Gläser). Die das sichtlich genießt, während die sonst so begehrte Hermia (Alanna Saskia Pfeiffer) hier zum traurigen Hinterhertanzen und Schattenboxen verdammt ist. Milan Maláč besticht dazu in seiner Doppelbesetzung als Theseus/Oberon in der dankbareren Rolle: Ein Elfenkönig zwischen Bocks-Sprüngen und viriler Geschmeidigkeit und auf seine Art so liebesblind wie Gattin Titania. Deren Fallhöhe vom Stolz zum Liebesbuhlen um Eselskopf Zettel (Ivan Cheranev als lustiger Tor mit stolzgeschwellter Brust) Nela Mrázová berührende Nuancen schenkt. Überhaupt auffällig: wie sich hier eine tänzerische Individualität behauptet, die (…) zugleich die Dogmen des Akkuraten konterkariert. Wofür natürlich ein Puck wie geschaffen ist. Raul Arcangelo gibt den als sardonischen Satyr, dem das dritte Auge nicht umsonst auf dem Schädel prangt. Ein durchtrieben übermütiger Wildfang, dessen Tanz noch einer aus heidnischen Zeiten ist. Nur zur Tarnung domestiziert – und verführerisch genug, um auch ein bürgerliches Publikum gehörig zu verzücken.

Steffen Georgi

Die „Freie Presse“ schreibt am 06.03.2017

Marianne Schultz

Die „Chemnitzer Morgenpost“ schreibt am 06.03.2017

Schelm aus der Elfenwelt entzückt im Opernhaus Was für ein Abend! Mit einer fulminanten Vorstellung feierte das Ballett ‚Ein Sommernachtstraum‘ von Reiner Feistel (nach William Shakespeare) mit Standing Ovations und rund einem Dutzend Vorhängen im Opernhaus Premiere. Mit den ersten Takten der Ouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdys ‚Ein Sommernachtstraum‘ taucht eine Hand aus dem Orchestergeaben auf: Puck betritt die Bühne – und er wird das Publikum für den Rest des Abends nicht mehr loslassen. Energiegeladen, athletisch und gewandt wie eine Schlange stellt Raul Arcangelo den Schelm aus der Elfenwelt dar. Er hält im Stück die Fäden zusammen und sorgt für die eine oder andere Liebesverwicklung. (…) Die zweieinhalbstündige Inszenierung von Reiner Feistel ist leicht und heiter. Mit einer traumhaft schönen Bühnengestaltung und fließenden Kostümen werden das Leben und die Liebe gefeiert. (…)

vw

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