König Ubu

Drama von Alfred Jarry

Aus dem Französischen von Ulrich Bossier

Produktion des TheaterJugendClubs 


Premiere 23.03.2016
Spielort Ostflügel 


Papa Ubu ist Offizier im Gefolge des polnischen Königs Wenzeslas. Politisches Engagement, Tapferkeit und Mut gehören allerdings nicht zu seinen Stärken. Er lebt getreu dem Kredo „je weniger Aufwand, desto besser“ und frönt dem faulen Nichtstun und seiner Gefräßigkeit. Ubus Interesse gilt ausschließlich seinen ominösen pseudowissenschaftlichen Studien und den heißgeliebten Leberwurstbroten. Seine Frau will allerdings hoch hinaus. Einer modernen Lady Macbeth gleich stiftet Mutter Ubu ihren faulen und gefräßigen Mann an, Wenzeslas zu ermorden und selbst den Thron einzunehmen. Als König könne er immerhin tun und lassen was er wolle. Mit Unterstützung des Hauptmanns Bordure und anderer Spießknechte gelingt der Staatsstreich und Ubu schwingt sich zum neuen Herrscher auf. Mit Geschenken an das Volk und großen Festgelagen inszeniert er sich anfangs noch als beliebter und gönnerhafter König, doch das Regieren strengt an. Schon bald folgt Ubu wieder seiner eigentlichen Natur und trifft königliche Entscheidungen mit dem alleinigen Ziel, sich selbst zu bereichern und seine Ruhe zu haben. Getrieben von der Aussicht auf Reichtum und Macht lässt der kleine Tyrann sämtliche Adligen des Landes hinrichten und vervielfacht kurzerhand alle Steuern. Nun aber rennen ihm die Anhänger davon, der rechtmäßige Erbe Bougrelas fordert den Thron seines ermordeten Vaters zurück und schließlich greift selbst der russische Zar intervenierend ein. Ubu muss handeln und zieht notgedrungen in den Krieg.


Alfred Jarry (1873-1907) stellte sich mit seinem 1896 uraufgeführten „König Ubu“ radikal gegen die Theaterästhetik seiner Zeit. Er ließ sich nicht nur von Shakespeares Antihelden inspirieren, sondern verkehrte Gut und Böse parodistisch ins Gegenteil und löste die Gesetzmäßigkeiten von Raum und Zeit auf der Bühne konsequent auf. Seinen Ubu enthob er zudem von sämtlichen moralischen Werten und eindeutigen Charakterzügen und verpasste ihm einen ganz eigenen, vulgären Sprachstil. Schon nach dem ersten Ausruf Ubus – dem verfremdeten „Schoiße!“ – löste die Premiere einen Skandal aus. Später feierten Surrealisten und Dadaisten das Stück und die Titelfigur, die Jarry schließlich immer weiter bearbeitete und mit der er sich selbst mehr und mehr identifizierte.


In dieser Spielzeit gibt es einige Veränderungen im TheaterJugendClub: Zwei spannende Jahre liegen hinter uns, nun verabschieden wir alte und begrüßen neue Mitglieder! Unter der neuen Leitung von Martin Valdeig und Denise von Schön-Angerer begeben wir uns aber auch in diesem Jahr gemeinsam mit den Spielern auf die Suche: Wir improvisieren, diskutieren, recherchieren, entwickeln Spielideen und erproben spielerisch, kämpferisch und sportlich unsere eigenen Ausdrucksmöglichkeiten. Gemeinsam lassen wir uns treiben – von dem was kommt, von unserer Fantasie und unserer Neugier.


Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten / keine Pause

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Preis: 12,00 Euro 


Pressestimmen zu dieser Inszenierung


Kontakt und weitere Infos:
Denise von Schön-Angerer, Tel. 0371 6969-744
schoen-angerer@theater-chemnitz.de