Caligula

Schauspiel von Albert Camus

Deutsch von Uli Aumüller 

Premiere 05.03.2016

Schauspielhaus, Große Bühne


Nach dem Tod der geliebten Schwester Drusilla verschwindet Kaiser Caligula aus Rom. Als er zurückkehrt, ist er ein anderer. Freigebrannt von jeglicher Bindung zum Menschen, fordert er die degenerierten Eliten Roms heraus, deren Ängste, Intrigen und zwanghafte Begierden nach Sicherheit er verachtet. Des einen Frau macht er zur Hure, des anderen Kind tötet er, dem dritten nimmt er den Vater und alle Bürger enterbt er zugunsten der Staatskasse. Wie in einem Theaterstück – mit ihm in der Rolle des unvorhersehbaren Schicksals – provoziert Caligula nur scheinbar willkürlich. Sein kluger Gegenspieler Cherea begreift die intellektuelle Herausforderung, die im Handeln Caligulas liegt. Er erkennt, dass der Kaiser provoziert, um die Menschen angesichts der Absurdität menschlichen Seins zu sich und zu absoluter Freiheit zu führen. Doch Cherea ist der Überzeugung, dass sich ohne ein Quantum an berechenbarer Sicherheit schwerlich leben lässt, dass absolute Freiheit aller irgendwann ins Chaos führt. Deswegen beteiligt er sich schließlich am Anschlag gegen den Kaiser.


Der polnische Regisseur Robert Czechowski, Intendant des hochgelobten Lubuski Teatr in Zielona Góra, inszeniert mit Camus‘ Caligula bildstark einen Text, der wegen seiner Sinnlichkeit, seiner Irrwitzigkeit sowie der Reflexion absurder Philosophie inspiriert und provoziert. Die Handlung verlegt er in ein abstraktes futuristisches Spital. Dessen nicht ganz freiwillige Bewohner – die reichen wie alten Eliten Roms – erscheinen in ihrem Daseinsgrund erstarrt und Caligulas Revolte arbeitet sich an ihnen ab.


Kaiser Gaius Caesar Augustus Germanicus (12 – 41 n. Chr.), genannt Caligula, beherrschte von 37 bis 41 das Römische Reich. Seine militärisch wie politisch unbedeutende Regierungszeit war in ihrer zweiten Hälfte von zahlreichen Exzessen sowie Demütigungen und Todesurteilen gegen die Eliten Roms geprägt. Die Prätorianergarde setzte seiner Gewaltherrschaft schließlich ein Ende. Fast zweitausend Jahre später nutzte Albert Camus (1913 – 1960) den Caligula-Stoff als Steilvorlage, um im Angesicht der Barbarei Hitlerdeutschlands die schreckliche Absurdität menschlichen Seins zu reflektieren.


Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten / keine Pause


Altersempfehlung: ab 16 Jahren


Preis: 10,00 bis 18,00 Euro


Pressestimmen zu dieser Inszenierung


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