Der Prozess

Nach dem Roman von Franz Kafka

Premiere: 21.10.2016

Schauspielhaus, Kleine Bühne 


Als Josef K. am Morgen seines 30. Geburtstages vom Klingeln an seiner Haustür geweckt wird, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben von jetzt auf gleich auf fatale Weise ändern wird. Vor seiner Tür stehen zwei Wärter, die ihm die Nachricht seiner Verhaftung überbringen. Das Delikt wird nicht benannt. Josef K. ist sich keiner Schuld bewusst, er ist sicher, gegen kein Gesetz verstoßen zu haben, es muss sich also um ein Missverständnis, ja gar um eine Verleumdung handeln. Trotz der formellen Verhaftung kann Josef K. weiterhin in „Freiheit“ leben und seinem Beruf nachgehen. Doch nach und nach gerät er in den Sog mysteriöser Ereignisse. Seine Versuche, Informationen über Anklagepunkte oder gar seine Richter herauszufinden, scheitern. Das Gericht bleibt eine namen- und gesichtslose Instanz, deren bürokratische Strukturen sich ihm als eine monströse Maschinerie offenbaren. Der Prozess gewinnt eine dominierende Macht über sein Leben und verschlingt mit zermalmenden Zähnen alle Sicherheit, jeglichen Halt und Josef K.s Lebensenergie. Immer enger und enger zieht sich die Schlinge. In einem Dom trifft Josef K. auf einen Priester, der ihm eine Parabel erzählt. Darin geht es um einen Menschen, dem es nicht gelingt, Eintritt in das Gesetz zu bekommen und der stattdessen sein Leben vor dieser Instanz verwartet. Josef K. verkennt die Bedeutung dieser Parabel und wird eines Morgens, am Tag vor seinem 31. Geburtstag, von zwei Gesandten des Gerichts abgeholt, in einen Steinbruch geführt und hingerichtet.


"Der Prozess", in den Jahren 1914/1915 entstanden und posthum von Kafkas Freund und Verleger Max Brod veröffentlicht, ist der Inbegriff jenes kafkaesken Panoptikums, in dem die Figuren mit Erfahrungen von Entfremdung, Isolation und Ich-Zerfall konfrontiert werden. Die Verdinglichung des Menschen, soziale Kälte und Ausgrenzung sind in diesem Werk so schmerzlich eingefangen und beklemmend dargestellt, dass sie den Blick auf signifikante Probleme der Moderne schärfen. Der polnisch-australische Autor und Regisseur Bogdan Koca wird den Roman für die Bühne bearbeiten.


Dauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten / keine Pause 

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Preis: 12,00 Euro


Einführung 30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung


Pressestimmen zu dieser Inszenierung