Faust I

Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe

Premiere: 06.05.2017

Schauspielhaus, Große Bühne


Der Wissenschaftler Dr. Heinrich Faust hat in seinem Leben, so könnte man meinen, alles erreicht. Er ist gut situiert, ein angesehener Forscher, der über einen großen Wissensschatz verfügt. Und dennoch, in der Mitte seines Lebens angelangt, beschleichen ihn große Zweifel über das, was war, und über das, was da noch kommen mag. Steckt hinter dem Wissen nicht noch mehr Wissen – was ist es, was die Welt im Innersten zusammenhält? Mit diesen Fragen bahnen sich das Unbewusste, Triebe, Sehnsüchte und Begierden ihren Weg. In wundem Zustand umherirrend, trifft Faust bei einem Osterspaziergang mit seinem Assistenten Wagner auf einen schwarzen Pudel, der ihm nicht mehr von der Seite weicht. Zurück im Studierzimmer entpuppt sich des Pudels Kern als der Teufel Mephisto. Mit ihm geht Faust einen Pakt ein. Mephisto erklärt sich bereit, alle Wünsche des Wissenschaftlers zu erfüllen und verspricht Faust Antworten auf seine im Inneren brennenden Fragen. Im Gegenzug verlangt der Teufel Faustens Seele. Ein folgenreicher Pakt, wie sich herausstellen wird. Mit dem Teufel an seiner Seite gelangt Faust mehr und mehr in unentdeckte Sphären seiner selbst. Was in Auerbachs Keller als leichtes Saufgelage beginnt, endet über Hexenkeller und Walpurgisnacht in der Vernichtung und Zerstörung einer jungen Frau, die noch nicht einmal angefangen hatte zu leben. Faust bereut den Pakt mit dem Teufel, weil er mehr und mehr spürt, in welcher Abhängigkeit er sich befindet. Aber ist es wirklich die Abhängigkeit, die er verteufelt? Sind es nicht vielmehr unentdeckte oder verdrängte Begierden, mit denen sich Faust plötzlich, wie in einem Spiegel, konfrontiert sieht?


Schauspieldirektor Carsten Knödler nimmt sich dieser Fragen an. Er wird Goethes 1808 erschienen "Faust I" mit den Mitteln des Schauspiels und des Tanzes auf den Kopf stellen und die Wissenschaftsgläubigkeit und Gültigkeit von Rationalität und Vernunft hinterfragen. Er spürt dabei archaischen und zugleich ganz konkreten Fragen nach: Wie können und wollen wir leben und wie viel Faust steckt in jedem von uns?


Kooperation mit dem Ballett Chemnitz


Mit einem Vorspiel statt einer Einführung 


Dauer: noch nicht bekannt

Altersempfehlung: ab 15 Jahren

Preis: 12,00 bis 22,00 Euro | 14,00 bis 26,00 Euro (Premiere)


Zu dieser Inszenierung finden am 20.05.2017 ein offener Workshop und ein Nachgespräch statt.