Camino Real

Schauspiel von Tennessee Williams in der Übersetzung von Jörn van Dyck

Kooperation mit dem Ballett und dem Figurentheater Chemnitz

Premiere: 29.05.2015

Schauspielhaus-Hinterbühne


Am Ende des „Camino Real“ liegt die „Terra Incognita“, ein Niemandsland. In einer bizarren Szenerie aus Luxus und Elend empfängt Mr. Gutman all jene, die dort stranden: Bettler, Huren, Heimatlose und Kranke, aber auch zahlreiche literarische Figuren sind gefangen in diesem namenlosen Winkel am Ende der Welt. Die Kameliendame, Casanova, Lord Byron, Esmeralda und allen voran Don Quichotte und sein Begleiter suchen hier ihren Platz. In sechzehn Stationen führt Gutman sie durch die teils surrealen, fantastischen Handlungsketten und steuert die Ereignisse. Wer zwischendurch auf der Strecke bleibt, wird weggekehrt. Der Tod interessiert hier niemanden – und wer freiwillig gehen will, dem bleibt nur der Weg ins Nichts. Allein Kilroy, ein ehemaliger Boxchampion mit einem kranken Herzen, sucht einen Ausweg. Doch nach und nach saugt der Ort ihn auf, bis der Champ – den Tod vor Augen – mit Don Quichotte weiterzieht.


Tennessee Williams zählt zu den einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Mit "Camino Real" legt er einen Grundstein für die Postmoderne und liefert zugleich „ein vielstimmiges dramatisches Pendant zur Rausch-Literatur der Beatniks“. Über sein Stück schreibt der Autor 1953, dass es „nicht mehr und nicht weniger als meine Vorstellung von der Zeit und der Welt [ist], in der ich lebe.“ Bei Williams geraten die Pilgerwege, auf die er im Titel anspielt, zu einem erbärmlichen Fleck Erde. Nichts scheint noch wahrhaftig oder von Bedeutung zu sein. Das Vergessen dominiert und kulminiert in einem überbordenden, surrealen Alptraum. Dem setzt Williams seine Figuren aus, zeigt ihren seelisch-moralischen Verfall und beschreibt allegorisch den Kreislauf eines Lebens, dem niemand entrinnen kann. „Nächstenliebe“ ist hier kein humanitäres Anliegen mehr, sondern lediglich ein Wort des Aufruhrs. Wer hatte, dem bleibt doch nichts und wer ewig lebt, muss sich das Wenige einteilen, damit es bis zum Ende reicht!


"Camino Real" ist ein Stück über das Älterwerden und den Tod. Vor allem aber ist es ein Stück über die Angst vor dem Altern, indem es nach der Würde des Alterns fragt und offenlegt, wie vergänglich das „Ich“ sein kann.


Kooperation mit dem Ballett Chemnitz und dem Figurentheater Chemnitz


Dauer: 2 Stunden 40 Minuten / incl. 1 Pause 


Altersempfehlung: ab 16 Jahren


Preis:  18,00 Euro 


Einführung 30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung im Schauspielhaus-Foyer


Pressestimmen zu dieser Inszenierung