Ne Me Quitte Pas

Ein Abend mit Chansons von Jacques Brel

Premiere: 23.11.2014

Schauspielhaus-Foyerbühne


Im August 1988 entdeckte der belgische Astronom Eric Walter Elst einen Asteroiden, den er auf den Namen "(3918) Brel" taufte. Damit ehrte er einen der größten französischsprachigen Chansonniers, den „Orkan namens Brel“.


Geboren 1929 und in behüteten Verhältnissen in der Nähe der belgischen Hauptstadt Brüssel aufgewachsen, arbeitet Jacques Brel zunächst in der Kartonagenfabrik seiner Eltern. Er wird Mitglied der katholischen Jugendbewegung "Franche Cordée", trifft dort ein Mädchen namens Thérèse Michielsen, heiratet sie und bekommt mit ihr drei Töchter. Damit endet die bürgerliche Laufbahn des künftigen Stars und Atlantikseglers.
Jacques Brel befreit sich 1953 von einengender Routine, folgt seinem Stern und geht nach Paris. Trotz oder wegen seiner zahlreichen Affären steigt er binnen weniger Jahre in die erste Riege der französischen Chansonniers neben Juliette Greco, Georges Brassens und Gilbert Bécaud auf. Vor allem seine entfesselte und existenzielle Art zu singen fasziniert das Publikum. Brel gibt pro Jahr bis zu dreihundert Konzerte in den großen Häusern seiner Zeit.


Auf dem Höhepunkt des Ruhms wagt Brel einen Neuanfang. Am 16. Mai 1967 gibt er in Roubaix sein letztes öffentliches Konzert und arbeitet fortan als Schauspieler an der Seite so berühmter Kollegen wie Lino Ventura. Eigene Filmprojekte bleiben allerdings ohne großen Erfolg. Enttäuscht und übersättigt vom Showbusiness zieht er sich Mitte der 1970er Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Mit seiner Geliebten Maddly überquert er im Segelboot den Atlantik, lässt sich 1976 – wie vor ihm der Maler Paul Gauguin – auf der Pazifikinsel Hiva Oa nieder und arbeitet als Postflieger. Schwer erkrankt stirbt Jacques Brel am 9. Oktober 1978.


Wir widmen diesen Abend den Chansons des französischen Großmeisters. Seine Lieder umkreisen Themen wie die bedrohte Kindheit, das unbestimmbare Gefühl der Liebe, Altern, Nationalismus und das existentielle Ringen des Individuums mit einer Umwelt, die es vereinnahmen und verformen will. Bei einfacher, aber poetischer Sprache werden Brels Chansons live zu fesselnden Minidramen von berührender Tiefe.


Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten / keine Pause
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Preise im Großen Saal:  8,00 bis 14,00 Euro

Preis Foyerbühne: 18,00 Euro


Pressestimmen zu dieser Inszenierung