Alle zwei Jahre wird man am Schauspiel Chemnitz garantiert auf neue Gesichter im Ensemble treffen, nämlich dann, wenn wieder Schauspielstudenten der Leipziger Hochschule sich neu in der Stadt niederlassen. Es ist Bestandteil des Studiums, dass sie an ein professionelles Theater gehen, um sich noch vor Abschluss ihrer Ausbildung bereits in den beruflichen Alltag einzuarbeiten und von erfahrenen Kollegen des Ensembles zu lernen.
Die Studenten spielen in Inszenierungen mit und bekommen ihre eigene Studioproduktion (in dieser Spielzeit „wie helden leben“) - es geht aber auch der klassische Unterricht einer Schauspielschule weiter: Körpertraining, Chanson oder Stimmbildung.
Und nicht zuletzt stehen regelmäßig Szenenstudien auf dem Ausbildungsplan, in denen die Studenten unter der Anleitung von Schauspielern Rollen und Stückausschnitte proben. Diese Szenenstudien werden sechs bis acht Wochen lang erarbeitet und stehen unter dem Motto eines Autors oder einer entscheidenden Epoche des Theaters (Klassik, Komödie, Brecht, Shakespeare,...), so dass die Studenten im Laufe der zwei Jahre am Haus einen praktischen Einblick in die verschiedensten Stile, Epochen und Rollen der Theaterliteratur bekommen.
Als Dozenten arbeiten die Schauspieler des Chemnitzer Ensembles, aber auch Gäste. Und die Szenenstudien werden, einer langjährigen Karl Marx-Städter / Chemnitzer Tradition folgend, auch vor Publikum gezeigt: in der NACHTSCHICHT-Reihe „auf dem weg“. Eine gute Gelegenheit, die neuen Studenten in ihrer Entwicklung zu erleben – und zu sehen, wie bekannte Ensemblemitglieder arbeiten, wenn sie die Seite wechseln und selbst mit jungen Schauspielern arbeiten.