Woyzeck

Chemnitzer Morgenpost, 27.9.2010:
Lübbe gelingt eine ergreifende Sicht auf die ewige Geschichte von dem Nach-oben-Strampeln und dem Nach-unten-Treten. (...) Massiver Beifall am Sonnabend für Regisseur und Ensemble (...) mit dem großartigen Wenzel Banneyer.“


mdr-Figaro, 27.9.2010:
„Hier findet keine Dekonstruktion des Bekannten statt. (...) Lübbe (...) gehört zu den Regisseuren, die klug und vor allem sensibel genug sind, in ein solches Stück hineinzuhorchen. (...) Lübbe übersetzt Büchner ins Heute, nicht sprachlich – aber gedanklich. (...) Und insofern liefern sie (am Schauspielhaus Chemnitz) mit diesem kleinen Stück von nur 70 Minuten Länge große Theaterkunst ab.“


Freie Presse, 27.9.2010:
„Kompakt und großartig inszeniert Enrico Lübbe am Chemnitzer Schauspielhaus Georg Büchners Dramenfragment ‚Woyzeck‘. (...) Regisseur Enrico Lübbe versteht es meisterlich, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Man ist in seiner Inszenierung ganz bei den Figuren. Und in reichlich 70 Minuten hat er seine Geschichte erzählt – schnörkellos, kompakt und trotz der Kürze mit Momenten endlos scheinender Stille, in denen die Spannung auf eine Weise steigt, wie es kaum mehr auszuhalten ist. Unheimlich. Und großartig. (...) Ein zeitloses psychologisches Stück, das zu ergründen sucht: Was ist ein Mensch wert, und wie gehen Menschen miteinander um? Viel Beifall und Bravos vom Premierenpublikum.“


Sächsische Zeitung, 29.9.2010:
„Ein kleines, großartiges Stück Theater. (...) Diese 60 Minuten lassen den Zuschauer sprachlos zurück, so erschütternd und dicht sind sie. (...) Nichts ist hier überdreht, Gewalt drückt sich subtil in den Gesten und Dialogen aus. (...) Und dann kommt einer dieser Theatermomente, die man nur alle paar Jahre erlebt: Als Marie Woyzeck mit ihren Worten ‚Ich hätt' lieber ein Messer in den Leib als deine Hand auf meiner‘ stehen lässt, Abscheu im Gesicht, schweigt er still. Es ist nichts Menschhaftes an ihm in diesem Moment, ein geprügeltes Tier. (...) Das zieht einem den Boden unter den Füßen weg und raubt einem den Atem.“


Stadtstreicher, Oktober 2010:
„Das Chemnitzer Schauspiel startet eindrucksvoll in die aktuelle Spielzeit. (...) Der Regisseur nimmt das Büchner-Drama nicht als Vorlage für neuzeitliche Demütigungsszenen: (...) Nur Arm und Reich – das ist zwar unterschwelliger, aber es sitzt. Die Bühne von Henrik Ahr ist kein definierter Ort, sondern ein Gesellschaftsraum: spannenderweise immer nur akustisch verändert, nie optisch. Und die Figuren bewegen sich darin wie eine Versuchsanordnung. (....) Doch was Woyzeck nicht aushält, das ist die Untreue von Marie. Und das schreit Wenzel Banneyers Woyzeck so still heraus, dass es gnadenlos an die Seele geht.“