9. Sinfoniekonzert

Olivier Messiaen
Turangalîla

 

Solisten:
Kristi Becker, Klavier
Thomas Bloch, Ondes Martenot
Dirigent: Frank Beermann

 

Performance zur Präsentation der Großskulptur aus dem "Turangalîla"-Schülerprojekt am Mittwoch, 16. Mai, 18.00 Uhr im Foyer. Zu besichtigen ist die Skulptur dort auch am Donnerstag, 17. Mai.

 

Konzerteinführung am 16. und 17. Mai jeweils 19.00 Uhr im Saal mit Frank Beermann und der Robert-Schumann-Philharmonie, am 16. Mai in Anwesenheit der 200 am Projekt beteiligten Schüler


„Tun Sie, was Sie wollen“, forderte der Dirigent Sergej Koussewitzki Olivier Messiaen in den 1940er Jahren auf, als er bei dem Franzosen ein Werk für seine Bostoner Sinfoniker bestellte. Jede Besetzung sei ihm recht, die Aufführungsdauer völlig egal. Heraus kam die 80-minütige Turangalîla-Sinfonie, ein Klangriese voller Symbole und Verknüpfungen von Ideen. Die Sinfonie ist Teil einer Trilogie, der die Tristan-Erzählung zugrunde liegt. „Man kann sagen, dass diese Legende Symbol aller großen Liebesbeziehungen und aller großen Liebesdichtung in Literatur und Musik ist. Allein der Tristan-Mythos schien mir der Beachtung wert“, sagte Olivier Messiaen über diese Trilogie. Heute ist davon nur noch die Turangalîla-Sinfonie bekannt. Der Name ist zusammengesetzt aus den Sanskrit-Worten „turanga“ und „lîla“: „Tempo“ und „Lebenskraft“, aber auch „Rhythmus“ und „Dynamik“.


Thomas Bloch nennt sich selbst einen „Spieler seltener Instrumente“ - darunter sind die Glasharmonika und das elektronische Instrument Ondes Martenot. Seine musikalische Bandbreite reicht von der klassischen und zeitgenössischen Musik bis hin zu Chanson, Rock, Film- und Bühnenmusik. Er ist sowohl Interpret als auch Komponist und Produzent. In mehr als 3000 Konzerten in 40 Ländern weltweit ist Thomas Bloch aufgetreten und kann über 100 Platteneinspielungen vorweisen. Zu seinen musikalischen Partnern gehörten u. a. Radiohead, John Cage, Gorillaz, Tom Waits, Bob Wilson,  Milos Forman (Amadeus), Pierre Boulez, Valery Gergiev, Michel Plasson, Isabelle Huppert, Manu Dibango und Vanessa Paradis. Die Ondes Martenot hat er am Pariser Konservatorium in der Klasse von Jeanne Loriod studiert und erhielt für sein Spiel zahlreiche Preise. Seine Aufnahmen erschienen bei mehreren großen Labels, als Produzent veröffentlichte er eigene CDs bei dem Label Naxos. Thomas Bloch hat eine Professur für Ondes Martenot am Straßburger Konservatorium inne. Außerdem ist er küntlerischer Leiter des Festival d‘Evian und Kurator am Musée de la Musique in Paris.


Kristi Becker stammt aus dem amerikanischen Bundesstaat Iowa. Nach Klavierstudien u. a. bei James Avery und Carl Seemann in Freiburg führte sie ihre Karriere als Solistin und Kammermusikerin mit klassischem und zeitgenössischem Repertoire durch nahezu alle europäischen Länder, nach Japan und in die USA. Bei den renommiertesten Festivals für zeitgenössische Musik hat Kristi Becker zahlreiche Werke aus der Taufe gehoben, die nicht selten auch für sie komponiert wurden. Entsprechende Rundfunkaufnahmen, Schallplatten und CDs liegen von ihr vor. Sie unterrichtet an der Musikhochschule Detmold und betreut dort auch das Aufbaustudium "Neue Musik für Klavier".