"Pique Dame"

„orpheus“ schreibt in der Ausgabe Januar/Februar 2017:
„(…) Helen Malkowsky legt in ihrer umjubelten Inszenierung das Dämonische der Spielsucht von Hermann frei. Man erlebt die Kolportage von Realität und Wahn, und dies bleibt für den Zuschauer in der Schwebe. Man erlebt Hermann als Außenstehenden, als Beobachter. Die Gräfin verfolgt ihn noch als Tote mit schweigendem Hohn. Das Geschehen, immer in der Schwebe zwischen Fiktion und Realität, wird mit imposanter Bühnentechnik auf mehreren Ebenen realisiert. Die Farben Schwarz, Grau, Weiß und Spieltischgrün setzen Zeichen, haben eine gewisse Symbolik. Türen, seitlich angeordnet, bleiben für Hermann verschlossen, symbolisieren Ausweglosigkeit. Wunderschöne Kostüme haben Zeitkolorit (Bühne / Kostüme: Hermann Feuchter / Henrike Bromber). Musikalisch hat die Aufführung mit Michael Güttler am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie eine beeindruckende Qualität. (…) Die Chöre meistern ihre vielfältigen Aufgaben mit Bravour (Einstudierung: Stefan Bilz / Pietro Numico). Die Partien sind allesamt erstklassig besetzt. Allen voran der russische Tenor Viktor Antipenko, der dem Hermann starkes Profil gibt. Makellos seine Stimme mit tenoralem Glanz ohne Heldentenoreskapaden, mit einer wohlklingenden Mittellage. Überzeugend sein Spiel, wenn er nach und nach immer mehr der Spielsucht und dem Wahn verfällt. Maraike Schröter ist eine leidenschaftliche Lisa mit Dramatik in der Stimme. Andreas Beinhauer glänzt als Fürst Jeletzky. Als Gräfin beeindruckt Tiina Penttinen vor allem darstellerisch. Sie zeichnet die Gichtige sehr genau und sparsam mit großer Präzision. Mit Alexandra Sherman als Polina, Matthias Winter als Graf Tomsky und André Riemer als Tschekalinsky sind weitere Rollen ausgesucht besetzt. Neben dem pastoralen Schäferspiel ‚Daphnis und Chloe‘ in raffinierter optischer Präsentation, musikalisch im Mozart-Stil von Tschaikowsky komponiert, ist das spektakuläre Erscheinen der Zarin in monumentaler Größe im 2. Akt ein Höhepunkt der Aufführung.
Dass ‚Pique Dame‘ in Chemnitz in der Originalsprache gesungen wird, macht die Aufführung in ihrer Stringenz und Authentizität zu einem ganz besonderen Opernerlebnis (…).“ (Herbert Henning) 

 

„Das Opernglas“ schreibt in Ausgabe 1/2017:
„(…) Viele Aufführungen leiden (…) unter falschem Ehrgeiz zu äußerlichem Pomp – und am Mangel prädestinierter Sänger. Nicht so jetzt in Chemnitz.
Helen Malkowsky (Inszenierung), Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fanden zu einer überzeugenden Lösung, die szenischen Landschaften durchsichtig zu gliedern. Die Handlung bewegt sich unter vollkommenem Verzicht auf äußere optische Ablenkungen gleichsam auf schlüpfrigem Boden. Insbesondere in der Begegnung von Lisa und Hermann wird beiden der Boden quasi unter den Füßen weggezogen, die Spielebenen immer wieder neu verschoben; die Trittsicherheit einer ‚normalen‘ Beziehung wird unterhöhlt, die Tiefendimension echten Gefühls unterminiert. Nur durch eine Reihe von seitlichen Türen dringt ‚natürliches‘ Licht herein. Man darf vermuten, dass sich Hermanns und Lisas Geschichte in den intimen Szenen der Bühnenrealität einem Déjà-vu-Erlebnis verdankt, sozusagen einer Irrenhaus-Simulation. Das einzige Zugeständnis an eine ‚werkgetreue‘ ‚Pique Dame‘ findet sich in den liebevoll ausgeführten Kostümen, die hier, historisches Zeichen und Zitat zugleich, mit einem Augenzwinkern einen Theatergeschmack aus früheren Zeiten herantragen.
Viktor Antipenko (gebürtiger St. Petersburger, demnächst als Parsifal in Chemnitz zu erleben) scheint förmlich mit dieser Musik gesalbt worden zu sein. Tschaikowskys schwerblütiger Belcanto mit seinen synkopisch fortschreitenden, sich oft behäbig aufbäumenden Legato-Bögen, die manchmal schier kein Ende nehmen (wollen), diese zu tragen, notfalls zu stemmen wie ein Gewichtheber und auf Linie zu halten, scheint ihm, der ihnen mit unerschütterlicher Ruhe und Souveränität begegnet, keine wirkliche Last zu sein. Und das in Permanenz, denn Ruhepausen sind dem Hermann nur wenige gegönnt. Der gern verwendete Terminus ‚strahlende Höhe‘, hier darf er mal ruhigen Gewissens zur Anwendung gebracht werden; seine Lagensicherheit, sein ungeheures Atemvolumen verbinden sich bereits jetzt mit einem sehr ‚persönlichen‘ Timbre, das sich vielleicht eines Tages als ein Einmaliges erweisen wird und ihm die ganz großen Partien an ersten Häusern sichert.
Maraike Schröter als Lisa behauptet neben ihm mit leuchtender Höhe und klar gebündelter Ausformung eines leidvollen Charakters sicher ihren Platz. Alexandra Shermans Spielart findet sich in der sympathischen Figur ihrer Freundin Polina gut zurecht, vermittelt in ihrer nur vom Klavier begleiteten Romanze graziös den Duft einer russischen Salondame ganz ohne dazugehöriges Interieur. Matthias Winter, langjähriges Mitglied dieses Ensembles, zeigt sein Können als Graf Tomsky in der Ballade von den drei Karten wie mal soeben aus der Tasche gezogen, aber letztlich sehr überzeugend. Dem Fürsten Jeletzky, mit Andreas Beinhauer hoch besetzt, läuft seine Verlobte Lisa schon während seiner ariosen Liebeserklärung auf und davon – das spricht für eine gelungene Szene. Die Gräfin gilt gemeinhin als die dramaturgische Achse in dieser Oper. Tiina Penttinen erteilt dieser Figur mehr Jugendlichkeit als ihr eigentlich zukommt; aber andererseits geht von ihr ein intrigantes Vibrieren aus, eine reale Gefährlichkeit, die sie als Geist-Erscheinung beinahe wieder aufhebt. Höchst beeindruckend ihre kleine Grétry-Reminiszenz aus vergangenen Pariser Jubeltagen, wie unter Schmerzen gestaltet, wissend um ihren Tod. Stefan Bilz (Opernchor) und Pietro Numico (Kinder- und Jugendchor) sorgen für einen reibungslosen Ablauf der vielen Chorauftritte.
Die Robert-Schumann-Philharmoniker unter dem Gastdirigat von Michael Güttler halten durchweg beste Balance zwischen wuchtig auftrumpfenden Tutti-Einwürfen und fein ziselierten Melodieinsrumenten, die immer wieder, vor allem bei den Holzbläsern, schönklingendes Oberwasser bekommen und sängerfreundliche Stütze bieten. Tschaikowskys mitreißende Emphase gerät nie aus dem Ruder, sentimentale Klippen lugen nirgends hervor. Die Premiere war wieder mal ein Kraftakt, der zeigte, dass sich hoher Einsatz in der Region wahrlich lohnt. Jubelnde Begeisterung am Ende.“ (K.G. v. Karais) 


„Der Neue Merker“ schreibt in Ausgabe 01/2017:
„(…) Regisseurin Helen Malkowsky taucht in die Musik ein und sieht in ihr die Triebkraft für die seelischen Vorgänge. Das Dunkeltönende der Musik spiegelt sich auch im Bühnenraum von Hermann Feuchter wider. Mitunter werden 2 Ebenen bedient, die offen lassen, ob sich das Geschehen real oder fiktional vollzieht. Hermann geht daran zugrunde, dass er nicht um sein Liebesglück kämpft, sondern sich in der Wahl seiner Mittel verzettelt. Das alles kulminiert im 4. Bild, als er im Schlafzimmer der Gräfin von dieser das Geheimnis der 3 Karten erpressen will. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf, wühlt auf und zieht den Zuschauer in seinen Bann. Helen Malkowsky gelingen sowohl sehr intime, kammerspielartige Szenen als auch opulente Bilder wie der Petersburger Maskenball, der durch das Erscheinen der Zarin gekrönt wird. Hervorgehoben werden muss, dass alle Figuren Individualität besitzen und in das Spiel (…) eingebunden sind.
Im Mittelpunkt der Aufführung steht der phänomenale Viktor Antipenko, dem man Hermanns psychopathische Züge abnimmt. Der aus St. Petersburg stammende Tenor verkörpert die Zerrissenheit des jungen Ingenieur-Offiziers so glaubhaft, dass man schon beinahe Mitleid mit ihm haben muss. Antipenko singt und gestaltet die Rolle mit unglaublicher Emphase. Dabei kann er auf eine völlig intakte Stimme mit heldischer Strahlkraft bauen, die allen Orchesterstürmen trotzt. Er weiß zu phrasieren und dem gesungenen Wort Bedeutung zu verleihen. Auch ohne Übertitelung wüsste der Zuschauer, was abläuft. Als Akteur zieht er seine Partner in einen regelrechten Sog! Tolle Momente gibt es zwischen ihm und der Gräfin. Die Türen, durch die sie schreitet, bleiben Hermann verschlossen. Da liegt schon etwas Gespenstiges über der Szene. Tiina Penttinen ist in dieser Rolle nicht zur gebrechlichen und dämonischen Alten dahingewelkt, sondern sie verkörpert eine sehr vitale Frau mit entsprechenden Reizen. (…) Sehr elegisch sind Lisas Arien angelegt. Maraike Schröter ist in ihren Aktionen entsprechend zurückhaltend. Die ständigen Zweifel darüber, ob Hermann sie liebt oder seine Liebe nur vortäuscht, zermürben sie. Frau Schröters Stimme verfügt über einen großen Aktionsradius. In ihren Vortrag mischen sich sehr innige Töne, aber auch solche von leidenschaftlicher Expressivität. Den Fürsten Jeletzki gibt es in Puschkins Novelle nicht. In der Oper wird er zum Gegenspieler von Hermann. Er verkörpert alles, was dieser nicht vermag. Andreas Beinhauer gefällt durch die Unaufdringlichkeit und Eleganz seines Vortrags. Seine große Arie singt er mit lyrisch strömendem Bariton. Auch die Episodenszenen werden dank engagierter Leistungen der weiteren Solisten und des Chores eindrucksvoll umgesetzt. In diesem Zusammenhang fällt Guibee Yang auf, die mit glockenhellem Sopran die Mascha/Prilepa verkörpert. Oder Alexandra Sherman, die mit warmer, dunkler Stimme die Polina/Milowsor singt. Sehr erfreulich sind die Leistungen des Opernchores (Einstudierung: Stefan Bilz) und des Kinder- und Jugendchores (Einstudierung: Pietro Numico). Sie prägen vor allem die Gesellschaftsszenen.
Als guter Sachwalter der Partitur erwies sich Michael Güttler am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie. Er, der seit 2003 am Mariinski-Theater St. Petersburg arbeitet, bringt für dieses russische Drama das rechte Gespür mit. Das Feuer, das diesem Werk innewohnt, bringt er mit den Musikern zum Lodern. Wunderbar und mit viel Sinn für die szenischen Vorgänge zelebriert er z. B. die unheilvolle Stimmung vor dem Tod der alten Gräfin. Das Pastoral-Intermezzo des Maskenballs wiederum erklingt im Geiste Mozarts. Die Motive und Farben, die die Partitur aufweist, werden mit schöner Selbstverständlichkeit dargeboten. Die Oper Chemnitz beweist mit dieser Aufführung, dass Tschaikowskys Oper zweifellos ein Meisterwerk ist.“ (Christoph Suhre)

 

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 01/2017:
„(…) Wenn sich der Vorhang zum Schlussapplaus öffnet, steht da (…) der Antiheld des Ganzen, Hermann oder, wie sein Sänger passenderweise heißt, Viktor Antipenko. Für eine ganze Weile nimmt er allein den verdienten Beifall entgegen (…) nicht etwa, dass nur Antipenko die Bravos verdient hätte, o nein, das haben die anderen Sänger auch. (…) Entzückend zu Beginn eine quirlige Szene mit dem Kinderchor, die Chöre stets kraftvoll, wunderbar Matthias Winter mit der Erzählung des Fürsten, Maraike Schröter mit Lisas Klage oder die Gräfin mit dem einzigen Lied, das ihr diese Oper gönnt. (…) dass das Orchester bei diesem Lied (…) Tiinas atemberaubendem Rubato folgt – ein Höhepunkt. Und groß, wann immer er zu singen anhebt: Viktor Antipenko.“ (Eske Bockelmann)


Die Neue Musikzeitung online" schreibt am 16.12.2016:

"(...) eine phänomenale 'Pique Dame' (...)" (Roland H. Dippel) 

 

Die „Leipziger Volkszeitung“ schreibt am 05.12.2016:
„Bilder und Klänge, die weiterarbeiten
(…) die neue ‚Pique Dame‘ trifft es genau. Sie folgt dem Meisterwerk der Brüder Peter und Modest Tschaikowsky in die Abgründe Puschkins. Und wie: Man spielt mit Hochspannung und auf dem Sprung in ein stetiges ‚Immer weiter‘, was so unergründlich ist wie Puschkins Novelle. Das zeigt sich auf der oft leeren Spielfläche mit sechs Türen, die den Weg zum Glück abblocken, und im phänomenalen Auftreten der Robert-Schumann-Philharmonie. Alle Klang- und Bewegungsgesten ergänzen einander, reiben sich, treiben jedes noch so minimale Arioso in Nervenexzesse. Manchmal fährt die Bühne hoch, spielt Hermann Feuchter mit dem Gefälle oben/unten. Die Farbdramaturgie setzt auf Grün für Spieltisch und Hoffen, Weiß und Schwarz für weiße Dame contra schwarze Dame und den Rest der Petersburger Gesellschaft, Braun für den Deutschen Hermann. In sinnvoll unaufgeregten Kostümen Henrike Brombers, die das Geschehen in die Tschaikowsky-Zeit setzen, schafft Helen Malkowskys Regie Bilder, die in den Hirnen der Zuschauer weiterarbeiten.
Ziel ist das große Bett der hier nicht alten Gräfin, grün wie der Spielerfilz. Wie in Pedro Almodovárs Film ‚Malador‘ über einen schicksalhaften sexuellen Supercrash steuert Hermann an Lisa, der ‚weißen Dame‘, vorbei. Und auf die Gräfin zu: ‚Komm, du schwarze Dame‘ will man wie bei Boieldieu Tiina Penttinen zustammeln. Sie ist ein jugendlich-dramatischer Mezzo mit galant geschärfter Sinnlichkeit. Lisa springt nicht in die Newa – Maraike Schröter kann im Sinn des Werkplans bei so starken Gegnern gar nichts ausrichten. Andreas Beinhauer gibt dem Fürsten Jeletzky vokalen Samt und attraktive Gewalt.
Überhaupt legt die detailschlaue Dramaturgie der Oper Chemnitz ein sinniges Fragespiel zu Werk und Leben aus. Sogar in Richtung frauenloses Finale, in dem nur noch der Gräfin Geist bei Hermanns Abdriften erscheint. Davor erntet Viktor Antipenko in der Extrempartie des Hermann ausgerechnet für das Solo ohne Arienmelos gebannten Szenenapplaus – berechtigt. Dazu sieht er auch noch aus wie Tannhäuser im Bilderbuch der Richard-Wagner-Verbände. Stefan Bilz zieht mit seinen Chören an einem Strang mit Michael Güttler am Pult.
Man versteht endlich Tschaikowskys viele Opéra-Comique-Paraphrasen vom Kinderchor bis zum Ball, hört, dass er musikalisch in Massenet verliebt war und warum er Wagner weniger schätzte. Und man versteht endlich die Genialität, mit der Tschaikowsky Meyerbeers Vermächtnisse aufgreifend den russischen Opern-Salonrealismus begründete.“ (Roland H. Dippel)

 

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt am 01.12.2016:
„Pique Dame oder Lisa, Hermann entscheidet sich falsch – und Tschaikowsky hat den Stoff für eine großartige Oper, die jetzt in Chemnitz begeistert.
(…) In Chemnitz (…) konnte diese Musik aufblühen, die Geschichte fesseln und die Oper so das Premierenpublikum begeistern.
Michael Güttler steht in Chemnitz am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie, die unter seiner Leitung die farbreiche Tschaikowsky-Komposition zum Blühen bringt. Opern-, Kinder- und Jugendchor sind stimmlich und spielerisch höchst gefordert. Mit einem durchweg ausgezeichneten Solistenensemble ist die Basis für eine zwingende musikalische Interpretation gelegt. (…)
Helen Malkowsky inszeniert die Geschichte abseits vom konkreten Zeitkolorit. Hermann Feuchter baut ihr einen dunklen, durch wenige Lichtpunkte aufgehellten Raum, der sich waagerecht und senkrecht verschieben lässt. So entstehen immer neue Spielorte, kleine Welten, die jedoch nur im Zusammenhang mit der großen, scheinbar alles dominierenden düsteren Macht existieren. Henrike Bromber hat die Kostüme in klarer Eleganz und farblich den verschiedenen Welten zugeordnet.
(…)
Regisseurin Malkowsky konzentriert sich auf die Figuren. Hermann kann sich Liebe nur im Kontext von Wohlstand vorstellen. (…)
Viktor Antipenko singt und spielt diese Wahnsinnspartie faszinierend, mit scheinbarer Leichtigkeit. Seine Entwicklung vom mitleiderregenden Versager über den kraftvollen Bezwinger des Schicksals bis zum abstoßenden Erfolgsmenschen ist beeindruckend. An seiner Seite überzeugt Maraike Schröter. Sie ist weniger das zarte Mädchen als die sich bewusst entscheidende Frau. Ihre Worte sprechen von einem fatalen Frauenbild der schicksalhaften Nachfolge. Sie spielt dagegen die Frau, die über Standesgrenzen ihren Glücksanspruch ausleben will. Sie geht an der Enttäuschung, an Hermanns Entscheidung gegen die Liebe zugrunde.
Tiina Penttinen spielt die Gräfin mit großer Bühnenpräsenz und Ausstrahlung. Sie ist tatsächlich eine attraktive Verkörperung des unbedingten und unwirklichen Wunsches Hermanns nach Geld und gesellschaftlichem Einfluss. Berührend war ihre Arie in Erinnerung an alte Zeiten.
Aus der Vielzahl schöner Leistungen im gesamten Ensemble sind Matthias Winter als Graf Tomsky und Andreas Beinhauer mit der bewegenden Liebeserklärung seines Fürsten an die ihn verlassende Lisa hervorzuheben. Große Oper, klar erzählt und mitreißend musiziert: Begeisterter Premierenapplaus rundete den sehens- und hörenswerten Abend ab.“ (Jens Daniel Schubert)  

 

Die „Freie Presse“ schreibt am 28.11.2016:
„(…) Man will ‚Nochmal!‘ rufen, trotz der vergangenen drei Stunden einfach sitzenbleiben. (…)
Auch wenn die Liebesgeschichte in ‚Pique Dame‘ im Vordergrund steht, so wird mit Hermann vor allem ein komplexer Antiheld präsentiert: Der gebürtige St. Petersburger Viktor Antipenko spielt ihn als einen Mann, dem das Leben entgleitet, bis der Wahnsinn die Oberhand gewinnt. Dabei hält die Geschichte geschickt die Waage zwischen fantastischen und realistischen Elementen, sodass die Deutung ganz in der Hand der Zuschauer bleibt.
Platziert wird die Handlung vor einem kargen, in schwarz, weiß und grau gehaltenen Bühnenbild. Stimmungen werden allein durch Lichtfarben hergestellt, allein ein Spieltischgrün setzt Akzente. Eine wunderbare Idee, denn so bekommen sowohl Tschaikowskys reichhaltige, bildreiche Musik als auch das Libretto ausreichend Raum zur Entfaltung. Über allem schwebt russische Schwermut, die auch vom Orchester unter der Leitung von Michael Güttler überzeugend umgesetzt wurde. Denn Schönheit und Tragik stehen in ‚Pique Dame‘ nah beieinander - etwa, als Lisas Verlobter Fürst Jeletzky (Andreas Beinhauer) ihr in einer hinreißenden Arie seine Liebe gesteht, während sie längst zu Hermann eilt: Er bleibt als geschlagene Figur zurück.
Helen Malkowsky, die in Chemnitz schon erfolgreich Klassiker wie Korngolds ‚Die tote Stadt‘ und Donizettis ‚Lucia di Lammermoor‘ auf die Bühne brachte, zeigte in ihrer Inszenierung großes Geschick in der Darstellung der Geschichte, und auch in der Formung der Figuren, die getrieben von Sehnsüchten nur einen kurzen Schritt brauchen, um ins Dunkel abzugleiten.“ (Sarah Hofmann)


Die „Chemnitzer Morgenpost“ schreibt am 28.11.2016:
„Bravo! ‚Pique Dame‘ begeistert an der Oper
Es war ein Abend der ganz großen Gefühle (…). Die dreistündige Inszenierung von Helen Malkowsky begeisterte das Publikum so, dass es am Ende fast unisono ‚Bravo‘-Rufe gab.
(…)
Viktor Antipenko verkörpert den jungen Offizier mit viel Leidenschaft und Pathos. Lisa wird von Maraike Schröter (…) mit ihrem hellen Sopran (…) mit viel jugendlicher Leichtigkeit verkörpert. Publikumsliebling Matthias Winter spielt Hermanns Freund Tomskij mit herbem Charme und Augenzwinkern. Der Bariton bekam dafür auch den ersten Zwischenapplaus des Abends. Die Szene wird aber dominiert von Tiina Penttinen als geheimnisvolle Gräfin. Stimmgewaltig und im opulenten Kostüm hat sie eine unglaubliche Bühnenpräsenz.
(…)“ (Victoria Winkel)


Das schreibt die "Neue Musik-Zeitung online"  
 

Das sagt der Förderverein der Theater Chemnitz