Der Zwerg

Ein tragisches Märchen für Musik von Alexander Zemlinsky
Text von Georg C. Klaren
frei nach Oscar Wildes "Der Geburtstag der Infantin"

Premiere: 07.11.2015


Prinzessin Clara, Thronfolgerin am spanischen Hof, feiert ihren 18. Geburtstag. Es gibt prächtige Geschenke: eine goldene Rose mit Dornen aus Edelstein vom Papst, ein Kostüm aus tausend Perlen vom König, zwei prächtige Pferde vom Kaiser. „Doch das Schönste …“, so der Haushofmeister, „ist scheußlich! Der Sultan sandte einen Zwerg, als Spiel der grausamen Natur. Er weiß nichts von seiner Hässlichkeit, hält sich für edel, gibt sich als Ritter, er hat sich noch nie im Spiegel gesehen.“ Der Zwerg verliebt sich in die Prinzessin. Sie geht zum Spaß darauf ein. Er ist selig und sieht sich schon als Geliebter der jungen Frau. Doch plötzlich steht er zum ersten Mal seinem eigenen Spiegelbild gegenüber ...


Alexander Zemlinsky wuchs mit der Musik von Johannes Brahms und Gustav Mahler auf. Dieser romantischen Tradition blieb er Zeit seines Lebens treu. Seine Oper "Der Zwerg" basiert auf der Geschichte "Der Geburtstag der Infantin" von Oscar Wilde. Es war wohl die Nähe zu seinen eigenen Empfindungen, die ihn das Schicksal des bemitleidenswerten, missgestalteten Mannes so einfühlsam vertonen ließen: Zemlinsky hatte sich einige Jahre zuvor unsterblich in Alma Schindler, die spätere Ehefrau Gustav Mahlers, verliebt. Sie war zunächst auf sein Werben eingegangen, ließ ihn jedoch am Ende mit der Bemerkung, er sei „klein, kinnlos, zahnlos“ kalt abblitzen. Zemlinsky hat diese Behandlung nie ganz verwunden. In seiner Oper stellt er einer neoklassizistisch-formelhaften Musik der gefühllosen Prinzessin die sinnliche Melodik des Zwergs gegenüber, von der Alban Berg als „unendlich süß und überströmend“ schwärmte. Nach der Uraufführung 1922 in Köln wurde "Der Zwerg" zur meistgespielten Zemlinsky-Oper der 1920er Jahre.


Regie führt der junge englische Regisseur Walter Sutcliffe, der in den letzten Jahren u. a. mit Inszenierungen an der Oper Frankfurt, der Estonian National Opera, am Landestheater Linz, Staatstheater Braunschweig, an der Dicapo Opera New York sowie beim Klangbogen-Festival in Wien auf sich aufmerksam machte. Sein erfolgreiches Chemnitzer Regiedebüt legte er 2013 mit Ligetis Bühnenspektakel "Le Grand Macabre" vor. 


Einführung 30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung im 1. Rangfoyer 


Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten / keine Pause


Altersempfehlung: ab 12 Jahren


Preis: 14,00 bis 38,00 Euro


Pressestimmen zu dieser Inszenierung