Die Meistersinger von Nürnberg

Oper von Richard Wagner

Premiere: 19.03.2016


Seit „Kunst“ von der Menschheit als solche wahrgenommen wird, ist die Reproduzierbarkeit eines künstlerischen Schaffensprozesses ein Thema. Dieses im Kern schon paradoxe Problem beschäftigt auch die Meistersinger von Nürnberg in Richard Wagners gleichnamiger Oper. Auf der Höhe seines Könnens schuf Wagner darin ein Plädoyer für die künstlerische Freiheit wie auch für die Kunstpflege, verknüpfte es mit einer zarten Romanze und bettete es in eine brillante Komödie ein, die ihren absurden Höhepunkt in einer nächtlichen Prügelei findet und in einen sängerischen Showdown mündet.


Im Nürnberg des 16. Jahrhunderts verliebt sich Eva in Walther von Stolzing, einen Junker vom Lande. Ihr Vater, der betuchte Goldschmied Pogner, ist Mitglied der Meistersinger – Handwerksmeister, die sich der Erschaffung und Pflege von Liedgut verschrieben haben. Demjenigen unter ihnen verspricht Pogner seine Tochter zur Frau, der beim bevorstehenden Johannisfest das schönste selbstgeschriebene Lied vorträgt. Begreiflicherweise gerät Eva damit in einen Loyalitätskonflikt und sieht nur einen einzigen Ausweg: Walther muss binnen weniger Stunden zum Meistersinger werden. Doch das ist angesichts des strengen Regelwerks der Zunft ein schier aussichtsloses Unterfangen. Hilfesuchend wendet Eva sich an ihren alten Freund und Nachbarn, den Schuhmacher Hans Sachs …


Richard Wagner hatte bereits zwei Drittel seines Mammutwerks "Der Ring des Nibelungen" vollendet, als er aus akuter Geldnot ein „leicht zu realisierendes“ Werk für einen schnellen Erfolg brauchte. Als "Tristan und Isolde" diesen Zweck nicht erfüllte, begann er 1861 mit der Dichtung der "Meistersinger von Nürnberg", die aber ebenfalls erst sieben Jahre später uraufgeführt werden konnten – unter der Protektion König Ludwigs II. 1868 in München.


Die Opern Richard Wagners haben Chefregisseur Michael Heinicke immer wieder herausgefordert. Regelmäßig lockte er mit seinen szenischen Umsetzungen der Werke des Bayreuther Meisters nicht nur die Wagnerianer aus ganz Deutschland nach Chemnitz. Nach mehr als 26 Jahren wird sich Michael Heinicke mit seiner neuen "Meistersinger"-Inszenierung nun von den Chemnitzern und ihren Gästen verabschieden.


Einführung 30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung (außer Premiere) im 1. Rangfoyer 


Dauer: 5 Stunden 30 Minuten / incl. 2 Pausen


Altersempfehlung: ab 14 Jahren


Preis: 20,00 bis 54,00 Euro


Pressestimmen zu dieser Inszenierung 


Der MDR Figaro-Rückblick auf Michael Heinickes 26 Jahre Opernregie in Chemnitz


Als Ergänzung zu dieser Inszenierung hält Prof. Dr. Christoph Fasbender, TU Chemnitz, am 10.04. und 01.05., jeweils 11.00 Uhr einen Vortrag über Lebenswelt und Weltsicht des Schuhmachers und Poeten Hans Sachs: "Damit was Gutes draus erwachs'".