Libretto von James Grun
Musik von Hans Pfitzner
Premiere: 29. November 2008
Nach „Iris“ von Pietro Mascagni und „Il Templario“ von Otto Nicolai stand mit „Die Rose vom Liebesgarten“ auch in der Spielzeit 2008/2009 wieder eine Rarität auf dem Opernspielplan. Die Premiere von Hans Pfitzners 1901 uraufgeführter großer romantischer Oper wurde live im Rundfunk übertragen und vom Klassiklabel cpo auf CD veröffentlicht.
Die Herrscherin des Liebesgartens bestimmt Siegnot zum Wächter des Frühlingstores. Mittels einer zauberkräftigen Rose soll er nicht nur den Eingang zum Garten beaufsichtigen, sondern auch neue Mitglieder für den Garten anwerben. Die Elfenkönigin Minneleide, in die sich Siegnot verliebt, wird sein erstes „Opfer“ und erhält von ihm die Rose als Geschenk. Das helle Licht des Liebesgartens jedoch blendet Minneleide so sehr, dass sie vom Garten fort in den Urwald flieht, wo sie vom finsteren Nachtwunderer und seinen Zwergen in eine Berghöhle entführt wird. Siegnot will für ihre Freilassung kämpfen. Sollte es Minneleide aus eigener Kraft schaffen, ins Licht zu steigen und die Rose im Liebesgarten abzugeben, so der Nachtwunderer, dann wären beide frei – sollte es ihr allerdings nicht gelingen, so würde sie erneut gefangen genommen und ihr Geliebter müsse sterben. Siegnot vertraut ihr. Als sie jedoch die Probe nicht besteht, reißt er die Säulen der Halle ein und wird mit Nachtwunderer und Zwergen verschüttet. Jetzt endlich findet Minneleide die Kraft, dem Elfenreich zu entsagen und den Liebesgarten zu betreten, wo sie schließlich mit dem wieder zum Leben erweckten Siegnot zusammen sein kann.
Die Inspiration zu dieser Oper lieferten verschiedene Bilder des Jugendstil- und Landschaftsmalers Hans Thoma, dessen Gemälde gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders populär waren. Eine Anhäufung von Sagen- und Märchenmotiven war in Opern dieser Zeit nicht ungewöhnlich und findet sich auch in den Werken Engelbert Humperdincks und Siegfried Wagners wieder. Gustav Mahler, der die Oper im Jahre 1905 in Wien herausbrachte, soll nach dem ersten Akt den legendären Ausruf von sich gegeben haben: „Seit der Walküre, erster Akt, ist etwas ähnlich Großartiges nicht geschrieben worden!“
Regie führte in Chemnitz der gebürtige Hamburger Jürgen Weber, der neben seinen Regiearbeiten im Musiktheater (u.a. „Der Graf von Luxemburg“ an der Musikalischen Komödie Leipzig und „Die Leiche im Sack“ an der Oper Erfurt) auch als Drehbuchautor und TV-Regisseur (u.a. „Alphateam“, „Die Graslöwen“, „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“, „Sturm der Liebe“ und „In aller Freundschaft“) sowie als Produzent von Kinofilmen und Musikvideos tätig ist.