Beate Uwe Uwe Selfie Klick

Eine europäische Groteske
Textfassung von Laura Linnenbaum mit Texten von Gerhild Steinbuch und dokumentarischem Material

Produktion des Figurentheaters Chemnitz in Kooperation mit dem Schauspiel Chemnitz
URAUFFÜHRUNG

Premiere: 02.11.2016, Schauspielhaus-Ostflügel


Fünf Figuren treten in Laura Linnenbaums Inszenierung an, um sich zum NSU zu verhalten. Dafür greifen sie allgegenwärtige Diskurse um den Münchner NSU-Prozess auf. (Beate Zschäpe als Opfer? Drei-Täter-Theorie? NSU-Unterstützernetzwerk? Rolle des Verfassungsschutzes? Linke Propaganda gegen rechte?) Überfordert von der Vielzahl der Narrationen, ziehen sie sich an einen utopischen Strand zurück, endlich allein mit sich und der Welt. Von dort aus wehren sie alles Störende und Fremde der überaus komplexen Welt ab, bis sie sich in die Neue Rechte verwandelt haben. Sie übernehmen dabei Sprach-, Diskurs- und Verhaltensmuster, die bisher der Linken vorbehalten waren, wie z. B. jenes Thema um die Gleichberechtigung von Frauen, und provozieren.


Die Autorin Gerhild Steinbuch und die Regisseurin Laura Linnenbaum waren aufgefordert, für das Theatertreffen „Unentdeckte Nachbarn“ (1. bis 11. November 2016) ein Theaterstück über die NSU-Aufarbeitung zu entwickeln, das vor allem die wenig diskutierten Opferpositionen und die Frage nach den Netzwerken bzw. Unterstützern des NSU u. a. in Sachsen und Thüringen thematisiert. Im Sommer 2016 schrieb Gerhild Steinbuch an der Textvorlage. Sie verband das Thema NSU mit den aktuellen heftigen Diskussionen um die Migrationspolitik in Deutschland und dem europaweiten Erstarken der sogenannten Neuen Rechten. Steinbuch widersetzt sich der Sprachvernutzung durch die Identitäre Bewegung und dekonstruiert deren Strategien in durchaus unterhaltsamen Sprachspielen. Regisseurin Laura Linnenbaum kombiniert für ihre groteske Inszenierung Steinbuchschen Text mit dokumentarischem Material. Die Regisseurin fokussiert auf das Verdrängen von Opferperspektive und Netzwerkdiskussion, auf den Versuch, die Neue Rechte zu verstehen, verschafft  dem Streitobjekt Sprache Geltung sowie der Überforderung vieler Menschen durch die Masse an Informationen inklusive der Gefährdungen, welche sich aus kurzschlüssigen Antworten auf komplexe Fragen ergeben. Dies alles geht sie gemeinsam mit ihrem Team aus Schauspielern und Puppenspielern mit Mitteln der Performance, des Puppen- und Objekttheaters sowie des Schauspiels an.


"Beate Uwe Uwe Selfie Klick" feiert Premiere im Rahmen des Theatertreffens "Unentdeckte Nachbarn", das vom 1. bis 11. November 2016 in Chemnitz und Zwickau stattfindet. Zum Theatertreffen eingeladen sind Inszenierungen, die in herausragender Weise den NSU-Komplex und die Folgen für die Zivilgesellschaft, insbesondere die Opfer, künstlerisch reflektieren.

Kooperation mit den Grass Liftern / ASA-FF. e.V. und mit dem Schauspiel Chemnitz


Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen









Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten / keine Pause 

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Preis: 11,00 Euro | erm. 7,00 Euro


Nachgespräch nach jeder Vorstellung


Pressestimmen zu dieser Inszenierung