Gesichter der Großstadt

Ballettabend in zwei Teilen von Reiner Feistel und Yiming Xu nach Motiven von Edward Hopper

URAUFFÜHRUNG

Premiere: 29.10.2016


Dass Kunstwerke zu Sinnbildern bestimmter Ereignisse werden können, wird an Beispielen wie Eugène Delacroix‘ "Die Freiheit führt das Volk" von 1830 oder Pablo Picassos "Guernica" von 1937 mehr als deutlich. Neben weltpolitischem Geschehen wie der Französischen Revolution oder der traumatischen Zerstörung der Stadt Gernika im spanischen Bürgerkrieg finden gerade in der Stilrichtung des Realismus Wirklichkeitseindrücke ihre visuelle und teilweise sozialkritische Verarbeitung durch den Künstler. So auch in den Gemälden Edward Hoppers.


Der 1882 in Nyack im Bundesstaat New York geborene Maler gilt als einer der wichtigsten Vertreter des amerikanischen Realismus, dessen Bilder sich durch eine tiefe Ruhe, aber auch eine scheinbar unwiderrufliche Einsamkeit auszeichnen. Werke wie "Nighthawks", "Rooms By The Sea" oder "Summer Evening" erzählen in eindrücklicher, klarer Bildsprache von der Isolation des Individuums in der modernen Großstadt. Der Genrebegriff des Realismus erhält vor diesem Hintergrund eine enorme soziale Brisanz, die bis in die heutige Zeit weiterwirkt.


Der Chefchoreograf des Balletts Chemnitz, Reiner Feistel, und der chinesische Choreograf Yiming Xu widmen sich in "Gesichter der Großstadt" mit jeweils ganz eigener künstlerischer Handschrift den Geschichten, die in Hoppers Bildern vorgezeichnet sind. Feistel, der sich an der Oper Chemnitz seit 2013 mit einer großen Vielfalt an Ballettabenden präsentiert, die stilistisch sowohl im klassischen als auch im modernen Tanz angesiedelt sind, wird den ersten Teil des Abends choreografisch gestalten. Im zweiten Teil schließt sich Yiming Xu an. Er ist einer der Mitbegründer der ersten unabhängigen modernen Tanzkompanie in China, der Beijing Dance / LDTX (Lei Dong Tian Xia) und stellte sich bereits 2015 zum Festival TANZ|MODERNE|TANZ dem Chemnitzer Publikum vor. In "Gesichter der Großstadt" tritt er nun in seiner ganz eigenen Formsprache mit seiner ersten Choreografie für eine europäische Bühne in Erscheinung. Zur Musik von Komponisten des 20. Jahrhunderts verschmelzen die beiden Choreografen Tanz und bildende Kunst zu einem einzigartigen Ballettabend, der eine westliche und eine fernöstliche Sicht nicht nur auf das Werk Edward Hoppers, sondern auch auf das moderne Leben vorstellt.


Dauer: ca. 2 Stunden / incl. 1 Pause 

Altersempfehlung: ab 12 Jahren 

Preis: 12,00 bis 33,00 Euro 


Pressestimmen zu dieser Inszenierung