"Opernwelt" kürt Chemnitzer "Vasco de Gama" zur "Wiederentdeckung des Jahres"

Das gerade erschienene Jahrbuch der Zeitschrift „Opernwelt“ ehrt die Oper Chemnitz: Die Inszenierung „Vasco de Gama“, die Giacomo Meyerbeers Oper erstmals in der ursprünglich vom Komponisten geplanten Fassung auf die Bühne brachte, kürten 50 von der Zeitschrift in ihrer jährlichen Umfrage konsultierte Kritiker bei ihrer Saisonbilanz 2012/2013 mit großer Mehrheit zur „Wiederentdeckung des Jahres“.


Die Meyerbeer-Oper war vorher nur verstümmelt und unter dem Titel „Die Afrikanerin“ bekannt. GMD Frank Beermann, der die Chemnitzer Rekonstruktion des Werks mit initiierte, musikalisch einstudierte und die Vorstellungen dirigierte, wird im Jahrbuch der „Opernwelt“ mit einem umfangreichen Interview gewürdigt.


Die „Opernwelt“ begründet das Kritiker-Urteil: „Sowohl für den (ehemaligen, jetzt in Bonn tätigen) Intendanten Bernhard Helmich als auch für GMD Frank Beermann war die Urfassung von Giacomo Meyerbeers «L’Africaine» ein Herzensanliegen. Unter dem von Meyerbeer ursprünglich vorgesehenen Titel «Vasco de Gama» war nicht nur ein ganz neues Stück zu erleben. Die kompositorische Grammatik Meyerbeers, ihre Logik, ihr Filigran, ihre subtilen Brüche, ihr Klangfarbenzauber, das alles kommt erst zur Geltung, wenn das Stück in seinen originalen Proportionen aufgeführt wird. So sorgte Chemnitz für die Wiederentdeckung des Jahres, hatte zudem ein ausgezeichnetes Ensemble aufgeboten, das die heiklen, zwischen tradiertem Belcanto und moderner Kraftentfaltung schwankenden Partien bravourös bewältigte.“