Filmpremiere im Schauspielhaus: "Alphafilm"

Am Samstag, 26. März 2011, um 19.00 wird die Kleine Bühne des Schauspielhauses zum Filmtheater: Der „Alphafilm“ der Volkshochschule Chemnitz erlebt hier seine Premiere. Zu sehen ist eine Dokumentation über die Lebensrealität funktionaler Analphabeten – das sind Menschen, die ihren Namen und ein paar Wörter schreiben können, jedoch den Sinn eines längeren Texts gar nicht oder nur mit Mühe verstehen. Das Filmprojekt wurde vom Kultusministerium des Landes mit dem 1. Preis des Sächsischen Innovationspreises Weiterbildung ausgezeichnet.

 

Die Dokumentation setzt sich aus sechs Kurzfilmen zusammen. In jedem stellt sich ein funktionaler Analphabet selbst vor. Mit der Drehbuchautorin und Dramaturgin Kathrin Lehnert und der Regisseurin Ines Maria Müller haben diese Menschen ihre eigene Geschichte in Szene gesetzt.

 

Einer der Protagonisten ist der fast 60-jährige Herr R., der eine Sonderschule besuchte und keinen anerkannten Schulabschluss erreichte. Sein Traum, Geschichte zu studieren oder Archäologe zu werden, konnte sich nicht erfüllen. Erst als Erwachsener wurde er mit der Diagnose konfrontiert, dass er ein unentdeckter Legastheniker ist, der nie eine wirkliche Förderung erhielt.

 

Für diese Episode der Dokumentation stand Lars-Michael Lehmann, der Gründer des Dresdner Instituts Legasthenie Coaching, als Experte zur Verfügung. Er ist bei der Filmpremiere im Chemnitzer Schauspielhaus anwesend.