Franz Schreker
Der Schmied von Gent
Undine Dreißig
Viktor Sawaley
Chor und Kinderchor der Oper Chemnitz
cpo 2012
Co-Produktion: cpo/Deutschlandradio/Mitteldeutscher Rundfunk
Aufnahme: Opernhaus Chemnitz, 28.-30. Januar, 1.-2. Februar 2010
Diese CD ist zum Preis von 29,99 Euro in unseren Vorverkaufsstellen erhältlich.
Die 1932 uraufgeführte Oper von Franz Schreker (1878-1934) wurde nach nur fünf Vorstellungen abgesetzt – seine Musik war im Nationalsozialismus als „entartet“ verfemt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam „Der Schmied von Gent“ nur dreimal ins Repertoire, in Berlin, Bielefeld und zuletzt in Chemnitz. Erstmals liegt die Opern-Rarität jetzt vollständig auf CD vor.
Schreker bearbeitete einen Stoff des „Ulenspiegel“-Autors Charles de Coster. Wie dieser Roman-Klassiker beginnt sie ganz realistisch in den spanisch besetzten Niederlanden des 16. Jahrhunderts. Im 2. Akt bringt der Auftritt der Heiligen Familie – ironisch verfremdete – Elemente der Legende hinein, und der 3. Akt zeigt den verstorbenen Schmied an der Himmelspforte. Schreker strebte damit statt eines avantgardistischen Werks eine „Oper für jedermann“ an.
Otto Nicolai
Il Templario
Stanley Jackson
Hans Christoph Begemann
Chor der Oper Chemnitz
cpo 2009
Live-Aufnahme von Deutschlandradio Kultur und Mitteldeutschem Rundfunk: Opernhaus Chemnitz, 7. März 2008
Diese CD ist zum Preis von 29,99 Euro in unseren Vorverkaufsstellen erhältlich
Otto Nicolai (1810-1849) ist nur durch seine komische Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" in Erinnerung geblieben. Zuvor hat der Komponist, der über Jahre in Italien lebte, jedoch fünf italienische Opern geschaffen. Drei dieser Werke sind heute unauffindbar. Die beiden übrigen hat der Berliner Musikwissenschaftler Michael Wittmann aufgespürt: 1989 fand er eine Abschrift von "Il Proscritto" - diese Oper wurde in ihrer deutschsprachigen Fassung unter dem Titel "Die Heimkehr des Verbannten"
erstmals wieder 2011 am Opernhaus Chemnitz aufgeführt. 2006 suchte Wittmann - angeregt durch ein Gespräch mit dem Chemnitzer Intendanten über aufführenswerte italienische Opern - gezielt nach dem "Templario"
und konnte gleich drei Abschriften entdecken.
Als literarische Vorlage diente Nicolai der Roman "Ivanhoe" von Walter Scott. Der Komponist machte jedoch nicht diesen Ritter ohne Furcht und Tadel zum Titelhelden, sondern seinen charakterlich interessanteren Gegenspieler, den Templer Brian (im italienischen Libretto Briano) di Bois-Guilbert. Ihn wertete Nicolai moralisch auf: Während Bois-Guilbert im Roman ein verdientes Ende im Kampf gegen Ivanhoe findet, ist er in der Oper bereit, sich selbst zu opfern, um die geliebte Frau, Rebecca, zu retten.
Zudem verwandelte der Pessimist Nicolai den harmonischen Schluss des Romans in ein tragisches Finale: Die Jüdin Rebecca liebt Ivanhoe so sehr, dass sie bereit ist, für ihn ihre Religion aufzugeben. Der Ritter hat ihre Liebe jedoch gar nicht wahrgenommen und weist sie zurück. Rebecca begreift das als Strafe für den Verrat an ihrem Gott und kann nicht weiterleben.
Giacomo Puccini
Manon Lescaut
Musikalische Leitung: Frank Beermann
Regie: Ansgar Weigner
Arthaus Musik 2008
Live-Aufnahme im Opernhaus Chemnitz 2007
Diese DVD ist zum Preis von 25,00 Euro in unseren Vorverkaufsstellen
erhältlich.
Giacomo Puccini (1858-1924), dessen Erfolg ungebrochen ist, hat vor allem mit sechs Opern Musikgeschichte geschrieben: "Manon Lescaut" (1893), "La Bohème"
(1896), "Tosca" (1900), "Madama Butterfly" (1904), "La fanciulla del West" (1910) und "Turandot" - dieses Werk hinterließ er unvollendet.
Manon Lescaut, die Titelfigur des gleichnamigen Stücks, schwankt unentschlossen zwischen der Leidenschaft, die sie bei dem armen Studenten des Grieux findet, und der materiellen Sicherheit, die ihr der reiche Steuerpächter Geronte bietet. Der Regisseur Ansgar Weigner hat in seiner Chemnitzer Inszenierung die Schlussszene zwischen Manon und Des Grieux verändert. Er schreibt dazu: "In unserer Version finden sich die beiden Liebenden nicht in einer symbolistisch-vernichtenden Wüste im fiktiven Amerika wieder, sondern in einem unterirdischen Kanalisationstunnel, in dem sie sich selbst zugrunde richten. Während oben das pralle Pariser Leben tobt, verdursten die Kindfrau Manon und der romantische Schwärmer Des Grieux an sich selbst 'in der Tiefe'."
Robert Schumann
Complete Works for Violin And Orchestra
Concerto in A minor for violin and orchestra, op. 129
Fantasy in C major for violin and orchestra, op. 131
Concerto in D minor for violin and orchestra
Ulf Wallin, Violine
Robert-Schumann-Philharmonie
Frank Beermann
Bis Records 2011
Diese CD ist zum Preis von 15,00 Euro in unseren Vorverkaufsstellen erhältlich.
Robert Schumann (1810-1856) komponierte in seinen letzten Schaffensjahren drei konzertante Werke für ein Streichinstrument und Orchester. Nur eines, die „Phantasie“, wurde noch zu seinen Lebzeiten uraufgeführt. Gegen das schwierige letzte Konzert entwickelte der Geiger Joseph Joachim, für den Schumann es komponiert hatte, eine solche Antipathie, dass er gemeinsam mit der Witwe entschied, es nicht zu veröffentlichen. Es erschien erst 1937.
Robert Schumann
Symphonies 1-4
Symphony No. 1 op. 38 in B flat major
Symphony No. 2 op. 61 in C major
Symphony No. 3 op. 97 in E flat major
Symphony No. 4 op. 120 in D minor
cpo 2010
Aufnahme: Lukaskirche Dresden, 12.-16. Oktober 2009 / 15.-20. Februar 2010
Diese CD ist zum Preis von 24,99 Euro in unseren Vorverkaufsstellen erhältlich.
Robert Schumann (1810-1856) fasste erst mit rund 30 Jahren genug Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, um ein Werk für Orchester in Angriff zu nehmen. Als er Franz Schuberts verschollene Symphonie C-Dur (D 944) wiederentdeckte und ihre Uraufführungt in einem Gewandhauskonzert unter Leitung Mendelssohns in die Wege leitete, spornte dieses Hörerlebnis auch seine eigene Kreativität an. Ein Frühlingsgedicht inspirierte ihn dann zu seiner ersten, der "Frühlings-Symphonie". Zum Erfolg der Uraufführung in einem Gewandhaus-Extrakonzert am 31. März 1841 trug auch bei, dass seine Frau Clara Schmann erstmals nach ihrer Heirat wieder öffentlich auftrat.
Kurz nach diesem Erfolg nahm Schumann eine nächste Symphonie in Angriff, die offiziell jedoch erst seine vierte wurde: Die Uraufführung als Teil eines Gewandhauskonzerts am 6. Dezember 1841 fand wenig Aufmerksamkeit - zu sehr war das Publikum von einem anderen Teil des Abends fasziniert, einem Bellini-Duo, das Clara Schmann gemeinsam mit Franz Liszt spielte. Erst ein rundes Dutzend Jahre später machte sich Schumann, inzwischen Musikdirektor in Düsseldorf, an eine Neuinstrumentierung. Die Erstaufführung dieser zweiten Fassung dirigierte er selbst am 3. März 1853.
Inzwischen hatte er sich für seine - offiziell - zweite Symphonie intensiv mit Bach, Mozart und Beethoven auseinandergesetzt. Die Uraufführung dirigierte Mendelssohn am 5. November 1846.
Die dritte, die "Rheinische Symphonie" soll unter dem Eindruck entstanden sein, den der unvollendete Kölner Dom als Symbol der ersehnten deutschen Einheit auf Schumann machte. Der Komponist selbst, der das Werk bei der Uraufführung am 6. Februar 1951 in Düsseldorf dirigierte, hat sich allzu bedeutungsschwangeren Deutungen verweigert und die Worte "Im Charakter der Begleitung einer feierlichen Ceremonie", die er dem vierten Satz hinzugefügt hatte, wieder gestrichen.
Felix Mendelssohn Bartholdy
The Piano Concertos
Piano Concerto No. 1 in G minor op. 25
Piano Concerto No. 2 in D minor op. 40
Piano Concerto in E minor
Concerto in A minor for Piano and String Orchestra
Matthias Kirschnereit, Piano
Arte Nova Classics / Sony Music 2009
Diese CD ist zum Preis von 12,99 Euro in unseren Vorverkaufsstellen
erhältlich.
Felix Mendelssohn Bartoldy (1809-1847), den Robert Schumann den "Mozart des 19. Jahrhunderts" nannte, bewies bereits in früher Jugend seine Doppelbegabung als Pianist und Komponist. Als erwachsener Klaviervirtuose bereist er ganz Europa und konkurrierte mit Zeitgenossen vom Rang eines Franz Liszt.
Konzerte für Klavier und Orchester spielen denn auch eine zentrale Rolle in Mendelssohns Schaffen als Komponist. Hier liegt eine Gesamtaufnahme dieser Werke vor.
Fragment geblieben ist das Klavierkonzert in e-Moll. 1981 hat der Mendelssohn-Forscher Larry Todd das Werk rekonstruiert und vervollständigt. Diese Fassung ist hier als weltweite Ersteinspielung zu hören.
Hermann Hans Wetzler
Visionen op. 12
Assisi. Legende für Orchester op. 13
cpo 2009
Co-Produktion mit Deutschlandradio Kultur
Aufnahme: Lukaskirche Dresden, 16.-19. Juni 2008
Diese CD ist zum Preis von 14,99 Euro in unseren Vorverkaufsstellen erhältlich.
Hermann Hans Wetzler (1870-1943), geboren in Frankfurt am Main, wuchs in den USA auf, wohin sein Vater ausgewandert war. Für das Musikstudium der beiden Kinder kehrte die Familie nach Frankfurt zurück. Wetzler spielte bei Clara Schumann vor und wurde auch von ihr unterrichtet; zu den weiteren Lehrern zählte der Komponist Engelbert Humperdinck. In den USA gründete er 1902 ein eigenes Orchester, das "Wetzler symphony orchestra", das Richard Strauss 1904 bei der Uraufführung seiner "Sinfonia domestica" dirigierte. Ab 1905 arbeitete Wetzler als Kapellmeister in mehreren deutschen Städten, ab 1907 schrieb er größere Orchesterwerke und eine Oper. Seine Ouvertüre aus der Theatermusik zu Shakespeares "Wie es euch gefällt" op. 7 wurde 1918 unter der Leitung von Richard Strauss uraufgeführt. Ab 1935 wegen seiner jüdischen Abstammung mit Berufsverbot belegt, übersiedelte Wetzler in die Schweiz und später wieder in die USA. 1943 starb er in New York.
"Visionen op. 12" wurde 1923 in Köln unter dem ursprünglichen Titel "Silhouetten" uraufgeführt. Die "Tonbilder, die (...) geistige, dem Seelenleben entstammende Gesichte in musikalischer Gestaltung festhalten" (Wetzler), sind inspiriert von einem Sonett Michelangelos und Dantes "Inferno". Die Musik wechselt zwischen einer abgehackten Rhythmik, die an Strawinsky erinnert, und einer ausladenden, noch ganz und gar romantischen Melodik.
"Assisi. Legende für Orchester op. 13" wurde 1925 in Chicago uraufgeführt, wo Wetzler mit diesem Werk den ersten Preis in einem Kompositionswettbewerb errungen hatte. Die Inspiration bildete ein Ausflug des Komponisten nach Assisi. Erkennbar sind musikalische Anklänge an Schönberg, Liszt und Strauss.