Spielzeit 2017/2018

Der rote Ritter

Der rote Ritter

Ritterspektakel in einer Bühnenfassung von Tilo Krügel frei nach Wolfram von Eschenbach (Sommertheater)

Küchwaldbühne
 
 

Im Sommer 2017 ist es wieder soweit: Zeit für große Helden, Legenden und spannende Abenteuergeschichten unter freiem Himmel. Nachdem in den vergangenen Jahren Pippi Langstrumpf, Robin Hood und zuletzt Zorro den Küchwald unsicher gemacht haben, übernimmt nun der rote Ritter das Regiment und die Freilichtbühne wird Schauplatz einer aufregenden Suche nach dem heiligen Gral.

Der junge Parzival lebt allein mit seiner Mutter Herzeloide fernab der Menschen im tiefen Wald. Dort geboren, beschützt und behütet herangewachsen, weiß er nicht, dass es außerhalb des Waldes noch eine andere, große Welt gibt, und er ahnt auch nicht, dass er zu viel Größerem bestimmt ist. Doch eines Tages durchquert plötzlich eine wilde und bunte Ritterhorde den Wald. Parzival ist von den glänzenden und schimmernden Rüstungen fasziniert. Als die Männer ihm dann noch von König Artus erzählen, der auch ihm die Ritterschaft verleihen könne, gibt es für den Jungen kein Halten mehr – er will selbst ein Ritter werden. Noch grün hinter den Ohren und nicht wissend, was ihn erwartet, verlässt er seine Mutter und zieht hinaus in die Welt. Doch das Erwachsenwerden ist schwerer als gedacht. Die Abenteuer, die er erlebt, hat er sich nicht einmal in seinen wildesten Träumen vorstellen können, eine Rüstung hat er auch noch nicht und mit der Zeit muss er feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, ein wirklicher Ritter zu sein. Er weiß nichts vom Zusammenleben der Menschen und noch weniger von der Ritterlichkeit und ihren Idealen. Um in den edlen Kreis der Ritter der Tafelrunde aufgenommen zu werden, muss der unbedarfte Jüngling noch eine ganze Menge lernen. Zum Glück hat er zwei Getreue an seiner Seite, die ihren Schützling nicht aus den Augen lassen, ihn immer wieder in die richtige Richtung schubsen und Parzival schließlich zu seiner wahren Bestimmung führen.

Die Legende um König Artus, seine Ritter der Tafelrunde und ihre Suche nach dem heiligen Gral ist von jeher ein fesselnder Bühnenstoff. Tilo Krügel hat das Ritterepos von Wolfram von Eschenbach für die Küchwaldbühne fantasievoll bearbeitet. Unter seiner Feder wird die Geschichte vom roten Ritter Parzival eine wilde, abenteuerliche und zugleich sensible Parabel auf das Erwachsenwerden, die Suche nach sich selbst und nach dem Platz im Leben.

Mit freundlicher Unterstützung von Gunter Hüttner Bauunternehmung

Spielort:Küchwaldbühne
Spielzeit:1 h 45 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 6 Jahren
Premiere:10.06.2017

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Tilo Krügel

Bühne und Kostüme Agathe MacQueen

Ausstattungsmitarbeit Lisa Schoppmann

Choreografie Sibylle Uttikal

Musik Jens Pflug

Dramaturgie Kathrin Brune
Friederike Spindler

Besetzungsliste des Stückes

Besetzungsliste
Parzival
Dominik Förtsch

Herzeloide, Mutter von Parzival / Sigune / Itonie, Schwester von Gawain
Katka Kurze

Erster Treuer
Maria Schubert

Zweiter Treuer
Magda Decker

Amfortas / Wolfram von Eschenbach
Christian Ruth

König Artus
Marko Bullack

Ritter Gawain
Michel Diercks

Ither, roter Ritter
Johannes Bauer

Klingsor
Philipp von Schön-Angerer

Kundrie
Konstantin Weber

Ritter der Tafelrunde
Seraina Leuenberger
Dimon Alaward
Nedar Alsaad
Julia Beier
Andreas Endig
Carl Geißler
Sindy Hohmann
Pauline Müller
Gabriele Noack
Jessica Noack
Patrick Pudwell
Erik Schneider
Joachim Streubel
Nikkolas Winter
René Winter

Stimme Gralslied
Pauline Pflug

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 12.06.2017

Wilde Kerle auf Gralsjagd
 Chemnitzer Sommertheater: In ‚Der Rote Ritter‘ toben Helden auf BMX-Rädern über die Küchwaldbühne und eine naive Rotznase mausert sich zum Helden.
 Was befindet sich auf der anderen Seite des Chemnitzer Küchwaldes? Diese Frage beschäftigt den jungen Parzival gar sehr. Er kennt nämlich nur diesen einen Ort. Jede Buche, jede Birke und seine Mutter Herzeloide. Diese würgt die Fragerei des Sprösslings jedoch stets renitent ab. ‚Das Ende der Welt!‘, sagt sie und basta. Doch damit hat es sich noch lange nicht, denn beim diesjährigen Freiluft-Stück ‚Der Rote Ritter‘ des Chemnitzer Schauspielhauses geht es um nichts weniger als die Suche nach dem Heiligen Gral und die damit verbundene Vertreibung des Bösen von der Welt.
Dafür hat sich Regisseur Tilo Krügel keinen geringeren Stoff als den mittelalterlichen Versepos ‚Parzival‘ von Wolfram von Eschenbach zur Brust genommen, in eine familiengerechte Version gestaucht, die sich in unter zwei Stunden auf die Bühne bringen lässt und dabei köstlich unterhält. Chapeau. Denn dieses umfangreiche und verworrene Stück hat es in sich. Als Ritterspektakel ist es für Kinder sehenswert, das Theater empfiehlt es ab einem Alter von sechs Jahren. Die Feinheiten aber werden wohl eher die Erwachsenen verstehen.
 Zahlreiche Handlungsstränge, Personen und Anspielungen verbinden sich zu einem kaum durchschaubaren Knäuel. Ganz entwirren konnte Krügel das Handlungswirrwarr nicht. Während die erste Hälfte des Stückes noch ganz plausibel erzählt wird und Schauspieler Dominik Förtsch sich von der unbeholfenen weltfremden Rotznase zum würdevollen Ritter mausert, so geht es zum Ende hin ganz schön drunter und drüber. Die guten Ritter bekämpfen sich untereinander, der Zauberer Klingsor als Superschurke und Antagonist der Gralsritter verschwindet, taucht auf, verschwindet wieder, bis er dann doch wieder auftaucht und bösen Zauber verbreitet. Aber auch das bekommen Parzival und seine Kameraden in den Griff. Die Ratlosigkeit verfliegt schnell, denn die Auflösung folgt auf dem Fuße. Und ganz nebenbei werden große Themen wie Erwachsenwerden, der Konflikt zwischen Gesellschaft und Individuum, der Wert von Ritterlichkeit und Moral und der Bedarf an Mitleid in der Welt behandelt. Und das alles von einem spielfreudigen Ensemble, welches auf Slapstick-Stolpereien verzichtet und durchweg überzeugen kann: allen voran Katka Kurze als prollige Mutter und mit dem Einkaufswagen durch den Wald tourende Aussteigerin Herzeloide und jammernde entführte Jungfer Itonie, Marko Bullack als dandyhafter und hochemotionaler König Artus und Michel Diercks als martialischer Vorzeigeritter Gawain.
Tilo Krügels Inszenierung glüht vor anarchischer Kreativität und begeht nicht den Fehler, sich auf eine Zeitebene zu beschränken - wer auf ein klassisches Mittelalterspektakel hofft, wird enttäuscht. Nein, er entführt die Zuschauer in eine abstrakte Welt mit futuristischen Wesen, Latexmänteln, Baseballschlägern, genau einem Schwert, entführten Jungfern - und Rittern auf BMX- Rädern.
Auch die Erzählweise präsentiert sich vielschichtig und einfallsreich. So kommt immer wieder Wolfram von Eschenbach (herrlich überdreht und teils in mittelhochdeutsch gesprochen von Christian Ruth) selbst zu Wort und Parzivals zwei silberne Gefährten, die ihn von Kindheit an begleiten, fungieren nicht nur als seine mentalen Helfer, sondern auch als eine Art tanzendes Wikipedia fürs Publikum. Auf den bei Familienstücken mittlerweile fast obligatorischen Gesang wird verzichtet, der Soundtrack von Jens Pflug sorgt jedoch für Aktionfilmfeeling. Aktion wird überhaupt groß geschrieben, so findet die Handlung auf allen Seiten der Bühne, im Wald, im Publikum und oft an mehreren Stellen gleichzeitig statt und die Ritter der Tafelrunde schrubben auf ihrer Suche nach dem Gralsritter ordentlich Kilometer auf dem Gelände. Allein wegen ihnen lohnt sich ein Besuch des Stückes, denn sie treten immer zusammen auf und tänzeln in coolen Choreografien als ritterliche Polonaise hintereinander her.

Sarah Hofmann

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 12.06.2017

Tolle Premiere unter freiem Himmel
Junger Ritter versucht sich im Küchwald
Die Theater Chemnitz haben ihr Lager im Küchwald aufgeschlagen und diesmal haben sie eine wilde Ritterbande mitgebracht. Am Wochenende feierte das Stück ‚Der rote Ritter‘ auf der Küchwaldbühne Premiere.
Ritter in klappernden Rüstungen, ein König, ein Bösewicht und ein Grünschnabel, der ein Held sein will: der junge Parzival lebt mit seiner Mutter im ‚Kitchen Forest‘. Als eines Tages die Ritter der Tafelrunde im Wald erscheinen, will er selbst Ritter werden. Doch auch der böse Zauberer Klingsor ist hinter Parzival her…
Den Nachwuchsritter spielt Dominik Förtsch aufgeweckt und neugierig. Marko Bullack ist der adrette König Artus. Seine rechte Hand, Ritter Gawain, wird von einem kampfeslustigen Michel Diercks gespielt und Philipp von Schön-Angerer gibt den Bösewicht, der seinen Zauberstab wie ein Laserschwert schwingt.
Am Ende verabschiedeten die Zuschauer das Ensemble mit viel Applaus. (…)

vw
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