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Homo faber

Ein Bericht von Max Frisch

Ein Mann legt Zeugnis ab: Walter Faber, Ingenieur aus der Schweiz, trifft auf einem Flug nach Mexico City zufällig den Bruder seines früheren Freundes Joachim. Kurz entschlossen begleitet er ihn durch den wuchernden Dschungel Guatemalas zu Joachims Farm, wo sie den Freund nur noch tot auffinden. Die Zufälle mehren sich. Walter trennt sich von der Geliebten, lernt unerkannt seine Tochter kennen, liebt sie zögerlich und macht sich unschuldig schuldig. Beide reisen gemeinsam nach Athen, wo sie ihre Mutter besuchen will und Walther inmitten einer Katastrophe der Frau seines Lebens wiederbegegnet. Die Spuren der Halbjüdin hatten sich vor dem 2. Weltkrieg verloren. Max Frischs Bericht, 1957 erschienen, ist einer der großen Würfe der Literatur des 20. Jahrhunderts. Mit sinnlicher wie präziser Sprache thematisiert Frisch (1911-1991) die zentrale Frage nach der Stellung des Menschen zwischen Chaos und Struktur, zwischen Natur und Zivilisation, zwischen Erlebnis und dem Versuch, das Erlebte mittels Sprache zu fassen. Sein Held Walter Faber ist mehr als gefährdet, sich einseitig einem Pol zuzuwenden. Als Techniker durch und durch hält er sich das unstrukturierte Leben vom Leib. Drei unterschiedliche Frauen sind es schließlich, die Begegnung mit einer jungen, neugierigen Generation, die Konfrontation mit der Vergangenheit und eine vergleichsweise zufällige Tragödie, die seine Weltsicht erschüttern. Am Ende möchte er, so wie einst Ödipus, ohne Augen das Richtige erkennen. Gierig greift er nach seinem einzigen Leben und schwelgt darin mit der Atemlosigkeit des schwer Erkrankten.
Sa
21.
Oktober
Schauspiel
19:30 Uhr

Harlequin & Harlequin

Commedia dell’arte-SzenarioURAUFFÜHRUNG

Man hat es nicht leicht als Harlequin. Eine warme Mahlzeit am Tag und ein nettes Frauchen an der Seite würden doch zum Leben reichen, aber nein, gibt es nicht, jeden Tag derselbe Schlamassel. Und dann lastet einem auch noch ein schlechter Ruf an. Man soll der Höllenteufel selbst sein, hat aber weder Geld noch Gut und muss sich als Lastenträger durchs Leben schlagen. Und dann ist immer alles so kompliziert, weil die anderen alles durcheinander bringen. Wenn sie doch einfach auf einen hören würden … In unserer Geschichte, die in Paris spielt, versucht Harlequin, wirklich alles richtig zu machen. Seinem alten, wohlhabenden Herrn Gerontes hilft er redlich, bei der schönen jungen Isabella zu landen, nicht ganz uneigennützig, versteht sich, will er doch selber deren Dienerin Columbine für sich gewinnen. Aber dennoch, er versucht sein Bestes. Als jedoch ein weiterer Verehrer von Isabella auftaucht, der junge, aber geizige Octavio, kommt Harlequins Plan bereits etwas ins Wanken. Als dann aber auch noch die Juwelen, die Gerontes Harlequin für Isabella übergeben hatte, spurlos verschwinden und Harlequin Jr., sein Zwillingsbruder, wie aus dem Nichts auftaucht, gerät alles aus den Fugen und eine aberwitzige Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf. Eine schrecklich-schöne Freude, dabei zuzusehen. Der polnisch-australische Regisseur Bogdan Koca nutzt den Plot, um mit seinem Spielensemble Texte und Szenen rund um die verrückten zwei Harlequins im Sinne der Commedia dell‘arte zu improvisieren. Die charmanten und zugleich bissigen Typen der Commedia bilden dafür die Grundlage und eine spannende Herausforderung für Spieler und Publikum, denn kein Abend wird dem anderen gleichen.
Sa
21.
Oktober
Schauspiel
20:00 Uhr

Der 16. Chemnitzer Opernball hat sein Motto

LA NUIT EN ROUGE am 10. Februar 2018

Jetzt ist das Motto des 16. Chemnitzer Opernballs am 10. Februar 2018 bekannt: LA NUIT EN ROUGE ist die Devise, unter der sich das Opernhaus in ein Belle-Epoque-Palais verwandeln wird. Die Einladungen sind heute in die Post gegangen - auch wenn wir zum heutigen Zeitpunkt keine Plätze mehr anbieten können. Denn der Chemnitzer Opernball ist inzwischen so beliebt, dass seine nächste Ausgabe bereits seit August ausreserviert ist. Sie haben aber die Möglichkeit, sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Erfahrungsgemäß gibt es immer Stornierungen und ein Nachrücken ist nicht aussichtslos. Alles Nähere zu LA NUIT EN ROUGE finden Sie unter http://www.opernball-chemnitz.de/

Gründung eines Projektchores für "Chemnitz singt!"

Erste Probe am 20.10.2017, 17.00 Uhr - Interessenten bitte anmelden

Felix Bender

Tausende von Stimmen tauchen in die Welt der Musik ein: Die Theater Chemnitz, die C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren und der Musikbund Chemnitz zusammen mit dem Sächsischen Chorverband laden am 21. Januar 2018, 15.00 Uhr zum großen Chorevent “Chemnitz singt!” in die Arena Chemnitz, Messehalle 1 ein und präsentieren damit gleichzeitig die Eröffnungsveranstaltung des Stadtjubiläums 875 Jahre Chemnitz.

Als musikalischer Gastgeber fungieren der Opernchor der Städtischen Theater Chemnitz, die Singakademie Chemnitz, der Chor der Technischen Universität und mehrere Kantoreien. Es erklingt ein Programm von der klassischen Chorliteratur bis hin zum modernen Unterhaltungssong sowie ein eigenes Kinderchorprogramm. Gestaltet wird der Tag von Chemnitzer Chören aller Altersgruppen sowie von weiteren Chören aus ganz Sachsen sowie aus Chemnitzer Partnerstädten. Begleitet werden die bereits mehr als 1.000 Sängerinnen und Sänger von der Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung des stellvertretenden Generalmusikdirektors Felix Bender.

Eigens für diesen besonderen Anlass möchten die Theater Chemnitz einen Projektchor gründen, damit bei “Chemnitz singt!” auch diejenigen mitsingen können, die bisher noch keiner Chorformation angehören oder deren Chor nicht als Ganzes mitwirkt. Die erste Probe hierfür findet am Freitag, 20. Oktober 2017, 17.00 Uhr im Probenhaus der Theater Chemnitz (Wilhelm-Raabe-Straße 15, 09120 Chemnitz) unter Leitung des Chorleiters, Dirigenten und Pianisten Andreas Reuter statt. Alle weiteren Proben des Projektchores sind im Zweiwochenrhythmus geplant. Die Notenmaterialien erhalten alle Beteiligten bei der ersten Probe.

Interessenten für den Projektchor werden gebeten, sich ab sofort unter der E-Mail-Adresse chemnitzsingt@theater-chemnitz.de anzumelden.

„Choreografien voller Zuneigung“

Laudatio zur Verleihung des Sächsischen Tanzpreises an „Gesichter der Großstadt“

Der sächsische Tanzpreis 2017 wurde am 28. September in der Semperoper Dresden an die Produktion „Gesichter der Großstadt“ des Balletts Chemnitz verliehen (Choreografie: Reiner Feistel, Yiming Xu). Aus der Laudatio von Boris Gruhl:

„Der (…) Abend (…)ergründet die Tiefen menschlicher Einsamkeit mit Choreografien voller Zuneigung und einer breiten musikalischen Palette.(…)
Eine Auswahl von Bildern Edward Hoppers geben die Anregungen (…).
Während Rainer Feistel in den genial von Hans Winkler für die Bühne gestalteten Räumen Hoppers im Licht von Mathias Klemm mit ihren Szenen des einsamen Rückzuges der hier im seelischen und körperlichen Stillstand eingeschlossenen Menschen der Frage nachgeht, wie sie an jene Orte, in jene Situationen, gekommen sind und sie auch wieder verlassen könnten, löst Yiming Xu die räumlichen Begrenzungen auf und führt die Tänzerinnen und Tänzer aus den Situationen der Vereinzelung in die Anonymität einer Gruppe von Menschen.
Feistels Choreografien, in kammerspielartiger Sensibilität, sind von großer Zuneigung getragen, die sich aus Hoppers Bildern herleitet.
Die einsamen Menschen werden nicht bloß gestellt, Vergeblichkeiten misslingender Kommunikation nicht ausgestellt.
Ein Hauch von Sehnsucht durchzieht diese Szenen, wenn sich bei Versuchen minimaler Annäherungen zarte Visionen der Überwindung ihrer Einsamkeit erahnen lassen. Und welche Kunst könnte geeigneter sein, diese Momente menschlicher Sehnsucht, bewegender zu vermitteln als die des Tanzes mit ihren sinnlichen Korrespondenzen zum Raum, zum Licht, zum Klang, zur Stille.
Hoppers Menschen und Feistels Tänzerinnen und Tänzer können nicht zusammen kommen.
Zu sehr sind sie bei sich.
Auch wenn sie in wenigen Momenten zusammen tanzen, so tanzt doch jeder eigentlich für sich allein.
So wie diese kammerspielartigen Szenen ihre Kraft und Berührung aus der individuellen Präsenz der hervorragenden Tänzerinnen und Tänzer des Balletts der Theater Chemnitz beziehen, so auch bei gänzlich anderer choreografischer Gestaltung in den Szenen von Yiming Xu im jetzt von Hans Winkler großflächig geweiteten Raum mit zu Silhouetten gefügten Motiven der Bilder als Begrenzung am Bühnenhorizont.
Der Choreograf nimmt die Momente des Aufbruchs der Einzelnen von Rainer Feistel auf und an.
Dies geschieht durch überzeugende Zusammenführung verschiedener Formen des zeitgenössischen Tanzes und der Herausstellung des persönlichen Bewegungsduktus der einzelnen Tänzerinnen und Tänzer. Somit aufgebrochene Energien bündeln sich in raumfüllenden dynamischen Ensembles.
Ihre Einsamkeit können sie nicht überwinden. Sie verlieren sich in Raum und Zeit, in der Urbanität mit ihrer Weite und Unüberschaubarkeit.
Versuche des Auf- oder Ausbruchs, Aktionen einzelner Individuen bleiben bizarr und absurd wie kleine Lichtblitze die sie nicht davor bewahren können einverleibt zu werden in die Anonymität der Massen großer Städte und sicher auch nicht ganz so großer Städte, wie Chemnitz oder Dresden.
So überzeugen kraft künstlerischer Gestaltung, bei jeweils besonderer Ästhetik, beide Choreografien durch konstruktive Korrespondenzen möglicher Assoziationen auf dem Hintergrund gegenwärtiger Erfahrungen urbaner Einsamkeit.“

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